Katalanische Autonomie & Geschichte
In diesem Artikel geht es um die Probleme der Region Katalonien, ihren Platz im Zentralstaat
zu finden. Ohne zu wissenschaftlich und zu langweilig auf Details einzugehen, wollen wir einen kurzen Ausflug
in die spanisch-katalanische Geschichte und die recht neue Verfassung des Gesamtlandes wagen, um euch schließlich
über eine Debatte zu informieren, die in Katalonien tagtäglich ausgetragen wird und sich im aktuellen Geschehen
widerspiegelt.
So mancher Spanienurlauber, der sich nach Barcelona und Umland aufgemacht hat, wird mit den ersten Spanischkenntnissen
nicht immer Erfolg haben, ist doch die hier geläufige Sprache die katalanische. Diese Sprache, die oft fälschlicherweise
als bloßer Dialekt des Spanischen gesehen wird, ist nur ein Hinweis auf die beträchtlichen Unterschiede zwischen dem Mutterland
Spaniens und der autonomen Gemeinschaft Katalonien.
Kataloniens bedeutende Geschichte
Katalonien war bereits seit dem frühen Mittelalter eine wenn zwar kleine doch wirtschaftlich beliebte Region, da sich hier
Handelswege von einer auf die andere Pyrenäenseite und vom Mittelmeer ins europäische Landesinnere kreuzten. Die Region des
heutigen Kataloniens erreichte dadurch und nicht zuletzt als spanische Mark (Mark: Region an der Grenze, die u.a. der Absicherung
dient) des Frankenreiches einen bedeutenden Stellenwert.
Verschiedene Hochzeiten trugen zu Änderungen der Herrschaftsverhältnisse bei. Im 12. Jahrhundert vereinigten sich Katalonien und
Aragonien, bevor die späteren katholischen Könige Ferdinand und Isabella Mitte des 15. Jahrhunderts durch die Eheschließung ihre
jeweiligen Territorien Katalonien/Aragonien bzw. Kastilien vereinten. Außerdem sorgten unglückliche politische Entscheidungen
dafür, dass Katalonien im Laufe der Zeit immer mehr unter kastilischen/spanischen Einfluss stand. Im Pyrenäenfrieden büßte die
Region ihren heute französischen Norden ein. Der Frieden von Utrecht nach den spanischen Erbfolgekriegen führte aufgrund der
Tatsache, dass die Katalanen mit den Habsburgern und nicht mit den später siegreichen Bourbonen sympathisierten von der neuen
Herrschaft unterjocht wurden.