Elia Barceló: Das Geheimnis des Goldschmieds
Mittlerweile
ist der Ich-Erzähler Goldschmied und macht sich auf den Weg nach New York,
um dort zu arbeiten und die Kollektion, die er seiner Jugendliebe Celia widmet,
herauszubringen.
Doch ein letztes Mal will er noch zurückkehren an seinen Heimatort, wo
er damals Celia liebte und sie ihn dann fortschickte. Er war damals 19 Jahre
alt, sie aber hätte seine Mutter sein können, deshalb mussten sie
damals ihre Liebe verheimlichen. Doch er erinnerte Celia scheinbar an ihre Jugendliebe,
einen älteren Herrn aus dem Ausland, der sie einen Tag vor der Hochzeit
verließ und nie mehr wieder gesehen wurde.
Nun, 25 Jahre später, will er sie noch einmal sehen. Er steigt auf dem
Weg zum Flughafen einer Eingebung folgend an seinem damaligen Heimatort aus
dem Zug und findet sich in einer anderen Welt wieder: in Villasanta de la Reina,
dem Städtchen seiner Kindheit, des Jahres 1952. Er trifft seine Eltern
zu einer Zeit, als sie noch nicht verheiratet waren, ja, als er selbst noch
nicht einmal geboren war, und auch die blutjunge Celia. Noch immer liebt er
sie, aber diesmal ist er es, der um einiges älter ist, jedoch dennoch werden
sie ein Paar. Doch kann Liebe Zukunft und Vergangenheit überdauern?
Mit diesem melancholischen Roman gelang Elia Barceló nicht nur in Spanien
ein überraschender Erfolg. Geschickt verpackt sie die verschiedenen zeitlichen
Ebenen in Worte und schreibt ohne hochtrabende oder kitschige Formulierungen
von Einsamkeit und der einen großen Liebe, die scheinbar zweimal zum Scheitern
verurteilt ist.
Elia Barceló ist Literaturwissenschaftlerin und Schriftstellerin. Sie
wurde 1957 in Elda bei Alicante geboren, studierte Anglistik, Amerikanistik
und Hispanistik und lehrt seit vielen Jahren spanische Literatur an der Universität
Innsbruck, wo sie gemeinsam mit ihrem österreichischen Mann und ihren zwei
Kindern lebt. „Das Geheimnis des Goldschmieds“ ist ihr erstes Buch,
das auch auf Deutsch erschienen ist.
von Katharina Hammer