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Carlos Ruiz Zafón: Der Schatten des Windes


Es ist im Sommer 1945, als der zehnjährige Buchhändlersohn Daniel Sempere Martín von seinem Vater mit zum Friedhof der vergessenen Bücher in Barcelona genommen wird. Wie es der Brauch will, darf jeder, der zum ersten Mal diesen Ort betritt, ein Buch auswählen, für das er dann Zeit seines Lebens Verantwortung tragen wird.

Daniel entdeckt den Roman „Der Schatten des Windes“ von Julián Carax, der ihn sogleich verzaubert. Sofort versucht er, weitere Romane des Autors zu finden, jedoch scheinen alle Bücher und auch der Schreiber selbst wie vom Erdboden verschluckt. Der einzige Anhaltspunkt sind Gerüchte, die besagen, dass Carax tot sei und ein Unbekannter, der sich – so wie der Teufel im „Schatten des Windes“ - Laín Coubert nennt, alle Bestände von Carax’ Werken aufkauft und vernichtet.

Jahrelang versucht der nun heranwachsende Daniel das Geheimnis um „sein“ Buch und dessen Autor zu lüften und gräbt so tiefer und tiefer in der Vergangenheit. Er erfährt von Kindheit, Jugend und der ersten und einzigen Liebe von Julián Carax – Penélope -, lernt dessen Familie, Freunde und auch seine Feinde kennen. Immer mehr wird deutlich, dass sich Daniel und Julián sehr ähneln, auch was die Liebe angeht: Daniel verliebt sich in Bea, die Schwester seines besten Freundes Tomás Aguilar, und ebenso wie einst Julián steht der Vater des Mädchens dem jungen Glück im Wege.
Die Geschichte des heranwachsenden Bücherliebhabers und die des großen, aber vergessenen Schreibers werden immer verwobener, denn Juliáns einstiger Feind – der Polizeiinspektor Francisco Javier Fumero Almuñiz – wird auch zu dem Daniels. Es scheint fast so, als wäre Carax doch noch nicht vergessen und Daniel wird herausfinden, was wirklich geschah…

Beide Geschichten, die dieses Buch erzählt, die von Daniel und die von Julián, sind so mitreißend und mit so viel Liebe zum Detail erzählt, dass es einem schwer fällt, sich loszureißen. Von einer Vergangenheit nach dem Bürgerkrieg und dem 2. Weltkrieg wird man in eine noch weiter zurückliegende Zeit geführt, wie in einem Krimi versucht man auch als Leser selbst, Licht in alle Geheimnisse zu bringen; die verschachtelten Details und der Zauber Barcelonas reißen einen mit.
2002 wurden „Der Schatten des Windes“ von Spaniens Buchhändlern zum Roman des Jahres gewählt. Berechtigt!!

Carlos Ruiz Zafón wurde 1964 in Barcelona geboren. Er war bis 1994 in Barcelona bei einer Werbeagentur beschäftigt, danach ging er nach Los Angeles und widmete sich ganz seiner großen Leidenschaft – dem Schreiben. Seine ersten vier Bücher waren Jugendromane, mit dem fünften „Der Schatten des Windes“, der 2003 in Deutschland erschien, wurde er international bekannt. Neben dem Schreiben von Romanen arbeitet Zafón als Drehbuchautor und Journalist für El País und La Vanguardia, zwei spanische Zeitungen.

von Katharina Hammer

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