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Extremadura Spanien

Die autonome Region

Die Extremadura besitzt seit 1983 den Status einer autonomen Region – vergleichbar mit einem deutschen Bundesland. Die Region besteht aus zwei Provinzen: Cáceres im Norden und Badajoz im Süden. Es sind die flächenmäßig größten von ganz Spanien. Mérida ist die Hauptstadt und Sitz der Regierung der Extremadura.

Die Extremadura als politische Einheit verfügt über eine eigene Regierung. Die Regierungsgeschäfte liegen in den Händen der zehn angeschlossenen Ministerien. Verhandelt und beschlossen werden die Gesetze für die Region im Parlament in Mérida. Die Wege in Mérida sind kurz. Die Stadt an der berühmten römischen Nord-Süd-Handelsroute Ruta de la Plata zählt gerade einmal 50.000 Einwohner. Damit ist die Hauptstadt nur ein Drittel so groß wie die größte Stadt Badajoz (136.000 Einwohner), wo sich der einzige Flughafen der Extremadura befindet.

Badajoz ist zugleich das Tor zum Nachbarland Portugal. Apropos Portugal: Viele Namen der Extremadura spiegeln sich in Orts- oder Flussnamen Portugals wieder. Doch der Grenzübertritt wird sehr oft durch winzige Namensänderungen dokumentiert. Während der spanische Extremeño im Río Tajo badet, springt der portugiesische Estremeño zur Abkühlung in den Tejo.

Die Extremadura selbst wandelt sich in Portugal zur Estremadura, dem östlichsten Landstrich Portugals. Die Extremeños haben inzwischen die Millionengrenze überschritten. 1,075 Millionen Menschen teilen sich 41.000 Quadratkilometer. Das Gebiet ist damit etwa so groß wie die Schweiz. Nur hat die Schweiz mehr als sieben Mal so viele Einwohner. Der Einzelne verfügt damit in der Extremadura über mehr Platz für sich und die Seinen als in jeder anderen spanischen Region. In der Extremadura leben nur 25, 8 Einwohner pro Quadratkilometer. Dagegen wirkt selbst Mecklenburg-Vorpommern wie ein Taubenschlag, das als Bundesland mit der weitaus geringsten Bevölkerungsdichte in Deutschland in den Statistiken geführt wird (74 Einw. je km2).

Diese geringe Bevölkerungsdichte hat Vor-, aber auch Nachteile. Ein unbedingter Vorteil liegt in der hohen Qualität und Varietät des Naturtourismus. Auch das lässt sich an Zahlen ablesen. 30.000 Quadratkilometer oder drei Viertel der Gesamtfläche werden land- oder forstwirtschaftlich genutzt. Das bedeutet: Dort, wo sonst Menschen leben und arbeiten, befinden sich in der Extremadura weitläufige Steineichenhaine (Dehesa), die sich über ganze Hügelketten hinziehen und als Wanderweide für das iberische Schwein, für Stier, Schaf und Ziege dienen. In den meisten anderen Regionen kann diese platzaufwendige Nutzart seit Jahrhunderten nicht mehr praktiziert werden.

Neben der Dehesa haben sich ganze Steppenlandschaften wie in der Serena erhalten können, die ebenfalls als Weideland genutzt werden. Die Kirschbaumpflanzungen im Valle de Jerte profitieren genauso wie hunderte Arten von Zugvögeln, die den Winter in der Region verbringen, vom weiten Naturraum Extremadura – und sind ein Teil von ihm. Zwischen den Grenzen der Extremadura liegen 54 von der EU als „Naturräume“ klassifizierte Schutzgebiete. So viele gibt es in keiner anderen Region der EU-Mitgliedstaaten. Dazu gesellen sich ein Natur- und mit Monfragüe neuerdings ein Nationalpark.Eine negative Auswirkung der geringen Bevölkerungsdichte und zugleich ein Dauerproblem der gesamten Region ist ihre Strukturschwäche. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner ist das geringste in ganz Spanien (Extremadura: 12.173 € pro Einwohner im Jahr 2003; Spanien: 18.582 €, Quelle: Eurostat).

Die Arbeitslosigkeit ist mit derzeit 13, 8 Prozent viel zu hoch. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand. Die Extremadura ist weitgehend frei von Industrie. Den bedeutendsten Wirtschaftszweig bildet mit rund 70 Prozent der Dienstleistungssektor, zu dem auch der Tourismus gehört. Die verbleibenden Prozente verteilen sich in etwa gleicher Größe auf Industrie, Bau und Landwirtschaft.

Wichtigstes Exportgut ist Elektrizität, die aus den 30 im Land befindlichen Wasserkraftwerken und einem Atomkraftwerk gewonnen wird. Doch seit einigen Jahren geht es aufwärts. Die Wirtschaftskraft nimmt verhältnismäßig stark zu. Das Bruttoinlandsprodukt steigt seit Jahren und sogar stärker als im Landesdurchschnitt. Der sanfte Aufschwung ist auch den EU-Fördermitteln geschuldet, die in den vergangenen 20 Jahren in die Region flossen.

Weiterführende Webseiten
Spanisch lernen: Sprachkurse Extremadura
Wohnen: Extremadura Hotels & Landhäuser
Tourismusbüro: Tourismo Extremadura

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