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Mérida

Mérida ist die Hauptstadt der autonomen Region Extremadura. Bei der Welterbe-Sitzung im Jahr 1993 wurde das archäologische Ensemble der Stadt Mérida in die Liste aufgenommen, weil es gleich zwei der geforderten Kriterien erfüllte: Es legt Zeugnis ab von einer vergangenen Zivilisation und seine Architektur markiert wichtige Schritte der Menschheitsgeschichte.

Das Ensemble, das von der UNESCO gekürt wurde, besteht aus insgesamt 29 Stättendarunter zwei Museen. Denn auch Sammlungen können gekürt werden. Bereits ein kurzer Spaziergang erklärt die hohe Auszeichnung. Am eindrucksvollsten sind die antiken Spielstätten. Der römische Zirkus, der auf einem Hügel am Rand der Innenstadt liegt, bot einst 30.000 Zuschauern Platz. Das Publikum bestand zum größten Teil aus Veteranen der römischen Legionen, die sich in der neuen Provinz Lusitanien ein Leben einrichten mussten.

Im Zirkus sahen die Soldaten und ihre Familien Gladiatoren sich durch das Innere des 400 Meter langen und 100 Meter breiten Bauwerks treiben, Pferdewagen vorbei an der 250 Meter langen mittleren Trennwand Rennen fahren, wilde Tiere über den sandigen Boden ihrem Ende entgegen hetzen. Die großen Siege der römischen Flotte wurden in der mit Wasser gefüllten Arena nachgespielt.

Im Amphitheater gleich nebenan grüßten die „dem Tod geweihten“ Gladiatoren pflichtgemäß die anwesenden Präfekten zu Beginn der Kämpfe. Rechts und links der Gänge nach dem Haupteingang lagen die Zellen für die Verurteilten, die in der Arena um ihr Leben kämpfen mussten – gegen Menschen oder gegen Tiere. Sowohl höchste Perfektion als auch ungeheuerliche Brutalität einer hoch entwickelten Zivilisation legen hier ein Zeugnis ab, welches zudem phänomenal gut erhalten ist.

Kaum einen Stein verloren hat auch das Bühnenhaus im nahen Theaterbau. Dies fiel auch der UNESCO auf. Keine römischen Theater sind in so einem glänzenden Zustand wie die in Mérida und im französischen Orange. Immer noch steht das 17 Meter hohe und 70 Meter breite Bühnenhaus als hintere Begrenzung der Spielfläche, wo die Spieler gestenreich Verse deklamierten. Jeden Sommer wird das alte Theater wieder zum Leben erweckt. Bis zu 5500 Zuschauer sehen und erleben hier von Frühjahr bis zum Spätsommer Musik, Tanz und Schauspiel. Höhepunkt der Saison sind die Sommerfestspiele, die ganze drei Monate lang dauern.

Die Extremeños haben das Theater jedoch nicht ausgewählt, um es vor der Vergessenheit zu bewahren. Vielmehr spielten künstlerische Gründe die ausschlaggebende Rolle. Denn die Akustik des Theaterraumes ist wegen des exzellenten Zustandes des Bauwerks noch so einzigartig wie vor 2000 Jahren. Der Schauspieler trug auf der Bühne Masken, die ihn erst zum Spieler machten. Einige wertvolle Exemplare sind im Museum für römische Kunst ausgestellt.

Das größte und am meisten beachtete Museum der Extremadura wurde erst 1987 erbaut. Damals feierte Mérida sein 2000-jähriges Bestehen. Die römisch-antike Tradition von Stadt und Region wird durch den Museumsbau aus gelbbräunlichen Ziegeln versinnbildlicht, die den Ziegeln römischer Villen ähneln. Der Kunst- und Bauschatz der Provinz Lusitanien wurde zum Teil nicht in das Museum hineinverlegt, sondern umgekehrt das Museum um die Originale herum konstruiert, wenn etwa ein Aquädukt in die riesigen Hallen hineinragt oder römische Straßenpflaster den Fußboden bilden.

Die auf viele Säle verteilte Ausstellung legt besonderen Wert auf die kulturgeschichtliche Präsentation der antiken Lebenswelt. Der Unterschied zwischen einem Leben im Privathaus und einem Leben im repräsentativen Gebäude wird ebenso erklärt wie Bestattungstechniken und die Praxis religiöser Feiern. Das römische Museum ist eines der 29 Stätten, die Mérida zum Welterbestatus verhalfen.

www.museoromano.com
www.merida.es
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