Karneval in Cádiz

Viele Länder und Regionen haben ihre eigene Tradition, was den Karneval betrifft. In Deutschland ist es dir 5. Jahreszeit, der Karneval von Rio de Janeiro gehört sicher neben oder mit dem Karneval von Venedig zu den bekanntesten und touristisch erschlossensten Traditionen. Aber auch in Spanien wird Karneval gefeiert. Die bekanntesten Feiern finden in Cádiz statt.

Karneval ist das Fest in Cádiz. Die Stadt ist dafür besonders bekannt. Hier wird bei meist schon recht angenehmen Temperaturen gefeiert. Cádiz liegt direkt am Meer im Süden des spanischen Andalusien, an der Atlantikküste. Die Küstenlage hat die Geschichte und die Geschicke der Stadt bestimmt. Es ist eine der ältesten Städte Spaniens. Es gab viele Kontakte zur Außenwelt, denn, klar es ist eine Hafenstadt.

Der Karneval in Cádiz ist berühmt und weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekannt. Zu Karneval singen Chöre, gibt es originelle Kostüme, Masken und Umzüge durch die Stadt. Natürlich gibt es noch viel mehr, was man an dieser Stelle kaum alles fassen kann, aber eine Sache muss doch noch erwähnt werden. Das sind die Chirigotas. Chiriogotas sind witzige, humorvolle und auch kritische Gesänge, die in einer Art Sängerwettstreit vorgetragen werden.

Die Bewohner der Stadt sind für ihren besonderen Humor berühmt. Hier werden, ähnlich wie in Köln oder dem Rheinland Politiker, Persönlichkeiten aus Gesellschaft und Politik nachgeahmt, verhöhnt und lächerlich gemacht. Die Sänger tragen ihre Lieder in einem öffentlichen Wettbewerb vor, der auch im spanischen Fernsehen übertragen wird. Natürlich sind die Späße für Außenstehende zum Teil nur schwer nachvollziehbar, aber wenn man die Personen kennt, zeigt sich der spezielle Humor klar und deutlich.

Der Karneval besteht in seiner heutigen Form etwa seit dem 17. Jahrhundert, damals versuchte die Stadt den Karneval von Venedig an Ruhm zu übertreffen. Dank des Hafens und der Schiffsmannschaften wurden die Karnevalslieder bis weit über die Landesgrenzen hinaus verbreitet. Aber auch die Einflüsse ferner Länder fanden ihren Platz im Karneval, so sind südamerikanische Rhythmen haben den Karneval von Cádiz stark beeinflusst. Der Karneval wurde zu einem unabhängigen Volksfest, das unter Franco wegen zu kritischer und satirischer Zweideutigkeiten zensiert wurde.

Jedes Jahr kommen viele Menschen aus ganz Spanien und Europa, um in Cádiz den Karneval zu feiern.

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Jakobsweg – Teil 3

Die Jakobuslegende und der Jakobsweg gehören zusammen. Der Name Jakobus bezieht sich auf den Apostel, der einer der 12 Jünger um Jesus Christus gewesen ist. Die spanischen Traditionen rund um den Apostel sind getrennt von denen des neuen Testaments entwickelt. In der Zeit vom 7. Bis zum 13. Jahrhundert gibt es verschiedene Überlieferungen. Zunächst wird von der Missionstätigkeit auf der iberischen Halbinsel berichtet. Dann folgt die Hinrichtung des Apostels in Jerusalem durch Herodes Agrippa I. und die Verbringung des „heiligen Leichnams“, sowie die Errichtung der Grabstätte. Im 9. Jahrhundert wurde das Grab wieder neu entdeckt, dank des Bischofs Theodomir von Iria Flavia. Der Apostel habe in die Kämpfe gegen die Araber helfend eingegriffen. Dadurch wurde die Befreiung des Jakobwegs von den Mauren durch Kaiser Karl den Großen möglich. Und verschiedene Pilger haben von Wundern des Heiligen, die er auf dem Weg verbracht haben soll.

In anderen Worten, die Jakobustradition hat sich in Spanien seit dem 7. Jahrhundert entwickelt. Besonders durch die spanischen Könige wurde er zu einem Schutzheiligen Spaniens, der die Araberinvasion bekämpft hat und er ist es auch, der den Königen die Legitimation erteilt habe.

Wo aber beginnt der Jakobsweg? Die gängigste Antwort auf diese Frage ist zu Hause. Der Jakobsweg ist eine Idee, auf dem Weg gibt es zahlreiche Herbergen, Gasthäuser, Klöster und Kirchen. Die Route ist ziemlich klar und für die Orte am Wegesrand sind die Pilger ein wahrer und vor allem wirtschaftlicher Segen. Aber nicht nur für Gläubige hält der Weg viel Sehenswertes bereit, sondern auch für Architekturinteressierte. Es gibt zahlreiche wunderbare Kirchen, die Kathedrale von Jaca und die Burgkapelle von Loarre, die beide als Vorstufen der Kathedrale von Santiago de Compostela betrachtet werden.

Dann ist da noch der theologische Einfluss, oder der Einfluss der Handwerker, Händler wie auch der Pilger selbst. Fremde Gedanken und Ansichten sind ein großer Einfluss, der nicht nur die Pilger, sondern auch die Menschen am Wegesrand kennzeichnen. Hier gibt es Versöhnung zwischen Architekturstilen, Gedanken und Ansichten. Der Weg als solcher ist nun ein Weltkulturerbe und als solches geschützt.

Das Symbol schlechthin des Jakobsweges ist die Jakobsmuschel, die als Wegweiser und als Pilgerabzeichen dient. Ursprünglich war es ein Zeichen, dass der Pilger die Reise auch wirklich hinter sich gebracht hat. Man muss hier aber auch erklärend einfüge, dass die Muschel im Mittelalter ein Zeichen von Pilgern ganz allgemein war. Auch in der Kunst und der Literatur des Mittelalters spielen Muscheln eine große Rolle.

Den Jakobsweg entlang zu pilgern ist sicher ein außergewöhnliches Erlebnis, dass man sich nicht entgehen lassen sollte.

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Jakobsweg – Teil 2

Der Jakobsweg oder auch der Camino de Santiago ist ein Pilgerweg nach Santiago de Compostela, wo sich das Grab des Apostels Jakobus befinden soll. Santiago de Compostela selbst befindet sich im spanischen Galicien. Der Hauptweg ist eine Verkehrsachse aus dem Hochmittelalter, die sich durch den Norden des Landes zieht. Er kommt aus Frankreich über die Pyrenäen und führt durch den Norden Spaniens vorbei an Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und León. Der Weg, wie er heute gegangen wird, wird seit dem 11.Jahrhundert begangen. Im 12. Jahrhundert erlebte die Jakobusverehrung ihren Höhepunkt. In Frankreich werden mindestens 4 weitere Wege gezählt, die in den Pyrenäen in den Jakobsweg münden. Lange Zeit war der Weg fast in Vergessenheit geraten und wurde erst in den 1970’er Jahren wiederbelebt. In den 1980er Jahren wurde er mehr und mehr zu einem der wichtigsten Pilgerwege, 1982 besuchte der damalige Papst, Johannes Paul II. Santiago de Compostela und im Jahre 1993 in das UNESCO-Kulrurerbe aufgenommen.

Seine erste bekannte Erwähnung stammt aus dem Jahre 1047. Es wird hierin nicht nur der Weg genannt, sondern vor allem auch gleichzeitig die Verbindung mit dem Pilgerweg zum Grabmal des heiligen Jakobus gezogen. Im Mittelalter entwickelte sich diese Grabstätte neben Rom und Jerusalem zu dem wichtigsten Pilgerort.

Die Legende besagt, dass Apostel Jakobus die Iberische Halbinsel missioniert habe und dass er im äußersten Westen bzw. fast am Ende der christlichen Welt begraben liege. Dies wurde von den Königen Asturiens und Leons ausgenutzt, sie machten Jakobus zu ihren Schutzheiligen. Bereits im Hochmittelalter sind Pilger aus der Bodenseeregion und Aquitanien scheinbar nachgewiesen. Im 11. und 12. Jahrhundert entwickelte sich unter dem Eindruck der Wiedereroberung Spaniens durch die Christen, bzw. durch die Vertreibung, der Mauren und Juden, eine Lehre von Heil und Erlösung. In der Neuzeit gingen die Pilgerzahlen deutlich zurück, es wurde wesentlich weniger gepilgert. Das änderte sich unter General Franco, der das Fest des heiligen Jakobus zu einem spanischen Nationalfeiertag machte. Im Jahr 1950 entstand in Paris die erste Jakobusgesellschaft mit wissenschaftlichem Anliegen. Seitdem erlebt der Pilgerweg eine erneute Blüte, das Symbol ist die Jakobsmuschel. Sowohl die Jakobsmuschel als auch ein gelber Pfeil sind für jeden Pilger wichtige Orientierungshilfen.

Demnächst wird an dieser Stelle über die Jakobuslegende berichtet werden.

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Der Jakobsweg – Teil 1

Es gibt viele Menschen auf der Suche wie es alljährlich viele Menschen auf dem Jakobsweg gibt. Einige sind auf der Suche nach sich selbst, andere suchen Selbstverwirklichung oder einfach nur Abenteuer. Die Gründe mögen verschieden sein, wie auch, das, was die Menschen finden.

Pilgern und Wandern gehören zusammen und der Jakobsweg ist einer der bekanntesten Wege durch Europa. Pilger sind Fremde bzw. Menschen, die sich aus religiösen Motiven auf die Wanderschaft oder eben in die Fremde begeben. Die Reise oder Wanderung, die Pilger unternehmen wird zumeist Wallfahrt genannt, der Ort den sie ansteuern ist der Pilgerort. Wanderer dagegen gehen oft lange Strecken, um Natur zu erleben und sehen ihr Tun meist als Sport, aber auch sie erfahren auf der Wanderung eine Menge über sich selbst. Das Naturerleben steht hier im Vordergrund. Es gibt viele mehr oder weniger bekannte Wanderwege, die zum Teil eine sehr lange Tradition als Handelsweg haben.

In Spanien gibt es, wie in vielen anderen Ländern Europas derartige Wege, die durch wundervolle Landschaften vorbei an einigartigen Orten führen. Wer Spanien und sich selbst besser kennen lernen möchte sollte einen der zahlreichen Reise- bzw. Wanderführer zur Hand nehmen und sich die für ihn beste Strecke aussuchen. Eine andere Möglichkeit ist es sich auf den Jakobsweg zu begeben. Es gibt verschiedene Routen. Sie können in Spanien beginnen oder von Deutschland, Frankreich oder einem anderen europäischen Land nach Spanien wandern bzw. pilgern. Die Ausschilderung ist gut. Es gibt verschiedene Schwierigkeitsgrade und viele Möglichkeiten.

So ist es beispielsweise denkbar, den Weg nach Santiago in mehreren Etappen zu laufen, gemeint sind damit nicht mehrere Tage, sondern mehrere Jahre. Es ist möglich nur Teilstrecken zu gehen. Wenn ein ungeeigneter Streckenabschnitt kommt, ist es möglich auf ein anderes Fortbewegungsmittel umzusteigen. Heute gibt es auch viele, die den Weg mit dem Fahrrad zurücklegen. Der Möglichkeiten gibt es viele, welche für Sie die passende ist, um sich selbst oder Spanien kennen zu lernen, das müssen Sie für sich entscheiden.

An dieser Stelle wird demnächst eine Beschreibung des Jakobsweges erscheinen.

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Spanisch lernen mit RAE

Wer Spanisch lernt benötig ein Wörterbuch. Das Angebot ist groß und die Entscheidung nicht leicht. Zu empfehlen sind Wörterbücher, die in Zusammenarbeit mit der RAE entstanden sind. Die RAE ist die Real Academia Española. Das ist eine linguistische Institution, die es so in Deutschland nicht gibt. Sie veröffentlicht das Handbuch zur richtigen Schreibung, Interpunktion und Grammatik.

Die Real Academia Española ist eine zentrale Institution, sie hat ihren Sitz in Madrid, Calle Felipe IV. Die Institution wurde am 3. Oktober 1714 gegründet. Sie ist eine Reaktion auf die Academie Francaise, die Funktion und die Aufgaben waren zumindest am Anfang gleich. Die Real Academia Española wurde auf eine Initiative von Juan Manuel Fernández Pacheco dem Marquis de Villena und Herzog von Escalona gegründet. König Felipe V. hat der Gründung zugestimmt, diese auch unterstützt und die erste Konstitution legitimiert.

In dieser Zeit ging man davon aus, dass die spanische Sprache ihren Höhepunkt erreicht habe und dementsprechend so erhalten bleiben solle. Man hat das Vokabular und den Gebrauch in einem Wörterbuch festgehalten. Zu Beginn war die Akademie als eine Dienstleistung zu Ehren der spanischen Nation. Die Mitglieder werden alle auf Lebenszeit gewählt, es handelt sich um eine Ehrung ihrer Arbeit oder Taten für die spanische Sprache.

Nichts desto trotz hat sich im Laufe der Zeit einiges geändert, so gab es in der Konstitution der Real Academia Española mehrere Änderungen und Reformen. Man musste zunächst feststellen, dass Sprache nichts Statisches ist und sich kontinuierlich wandelt. Dann haben sich die politischen Rahmenbedingungen geändert, der Sprachraum wandelte sich. Die Länder Südamerikas wurden unabhängig und dementsprechend sollte eine Lösung gefunden werden, die sie weiterhin in der Institution integrierte, um eine entgegengesetzte Sprachentwicklung zu verhindern. Deshalb gibt es Dependancen in Übersee, in anderen Worten, heute gibt es 21 konstituierende Akademien. Die letzte Änderung in der Konstitution wurde 1993 vorgenommen. Hier wurde schriftlich als Ziel festgehalten: “velar porque los cambios que experimente la lengua española en su constante adaptación a las necesidades de sus hablantes no quiebren la esencial unidad que mantiene en todo el ámbito hispánico.” (http://es.wikipedia.org/wiki/Real_Academia_Española 5.2.2012) (der stetige und notwendige Wandel des Spanischen solle festgehalten und dokumentiert werden, so auch Gründe).

Momentan ist Miguel Ángel Fernández Ordóñez der Präsident der Real Academia Española, José Manuel Blecua Perdices ist Vizepräsident, S.M. Juan Carlos I. ist Ehrenvorsitzender. Die RAE ist eine kulturelle Organisation mit Sitz in Madrid und 21 Dependancen in der Welt. Sie sorgt dafür, dass es Regeln zur richtigen Rechtschreibung im Spanischen gibt.

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Almonaster la Real

Wochenendausflüge und kleinere Exkursionen verschönern den Alltag, schulen den Blick und manchmal erlebt man auch eine Überraschung. Almonaster la Real in der Provinz Huelva in Andalusien habe ich schon öfter besucht und sehe es auch immer wieder sehr gerne. Warum das so ist? Nun, es ist einfach ein idyllisches verschlafenes Nest in den Bergen der Sierra von Huelva bzw. von Aracena.

Bei dem besagten Besuch, es war Anfang Mai habe ich eine Überraschung erlebt. Es fand eine Romeria statt. Das heißt, es waren traditionell gekleidete “Pilger” unterwegs. Am Sonntag den 2. Mai haben nur die unverheirateten Frauen ihre Tracht angelegt. Mit dieser Tracht bekleidet und traditionelle Lieder singend sind sie begleitet von den anderen Bewohnern des Dorfes und der Umgebung von einem geschmückten Kreuz zum anderen im und um das Dorf herumgezogen. Es gab mehrere Stationen, die sie im Laufe des Nachmittages eine nach der anderen besucht haben. An jedem Kreuz findet ein Zeremoniell statt und dann geht es singend weiter zur nächsten Station.

Die Romeria findet an mehreren Tagen statt, diese Romeria del Cruz del Llano findet an fünf aufeinander folgenden Tagen statt. An einem Tag ziehen die ledigen Frauen und Mädchen von Kreuz zu Kreuz, am darauf folgenden Tag sind es die unverheirateten jungen Männer. Auf diese Art und Weise, ist nicht nur für jeden klar, wer noch zu vergeben ist, sondern diejenigen, die einen Partner suchen, haben auch die Möglichkeit sich zu präsentieren.

Erstaunlich war für mich die offensichtliche Nähe zu portugiesischer traditioneller Kleidung. Obgleich wir uns in Spanien befinden, ähneln die Trachten der Frauen mehr, denen die man mit Portugal verbindet. Almonaster hat zu einer Zeit zu Portugal gehört, heute ist man jedoch stolz Spanier zu sein, die Verbindung zu Portugal wird negiert. Die gewisse Ähnlichkeit zu Portugal fällt nicht nur an der Kleidung auf, sondern wird auch in der Architektur wiedergesiegelt. Aber darüber werde ich an anderer Stelle berichten.

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Essen mit dem Don Quijote

Jeder, der den Don Quijote schon einmal gelesen hat oder andere literarische Werke aus dieser Zeit kennt, dem wird auffallen, dass oft über Essen geschrieben wird. Ernährung spielt in gewisser Weise eine scheinbar entscheidende Rolle in den Büchern. Warum war die Nahrung damals so wichtig für die Menschen? Die Nahrung und Essgewohnheiten sind so wichtig, weil sie dem Menschen eine Identität geben, ihn einer bestimmten Gruppe von anderen Menschen zuordnen.

Wichtig an den Beschreibungen dieser Bücher war demzufolge nicht wie viel gegessen wird, sondern wer was isst oder eben nicht isst. Was heißt das jetzt im Klartext? Nun, es war wichtig im Don Quijote darzulegen, dass eine Person Schweinefleisch isst, und dass am Samstag einen Eintopf mit Schweinswurst auf den Tisch kommt. Das scheint aus heutiger Sicht unverständlich, doch wenn man die damalige Zeit betrachtet, fällt auf, dass die Inquisition wütete. Ziel dieser war es unter anderem diejenigen Christen herauszufiltern, die keine guten Christen sind, die oder deren Familien womöglich erst nach 1492 zum Christentum konvertiert sind. Wenn also über eine Person gesagt wird, dass sie viel Schweinefleisch isst und dass am Samstag kein Festmahl, sondern ein einfacher Eintopf mit Schweinswurst auf den Tisch kommt, dann wird über diese Person vor allem gesagt, dass es sich wirklich um einen guten Christen handelt.

Es ist damals von großer Wichtigkeit gewesen, dass man nicht verdächtigt wurde einem anderen Glauben anzugehören, um ein unbehelligtes Leben führen zu können. Denn gesetzt denn Fall, dass ein Neu-Christ, so hießen die Konvertierten, als seinem alten Glauben verhaftet ertappt wurde, hieß das Folter, Kerker und vermutlich Scheiterhaufen. Damit wurde auch die Familie enteignet und unter Umständen gleichfalls hingerichtet. Die Zeiten waren rau, die Staatsreligion das Christentum, also der Katholizismus und sowohl Juden und Muslime nicht geduldet.

Jetzt denke man einmal an die typische spanische Tapas Bar, in welcher der Kaffee traditionell aus Gläsern, das heißt, auf arabische Art, getrunken wird. Was fällt dort als erstes auf? Ja, dort hängen unzählige Schweinebeine vom Dach – Jamón, Jamón. Wenn das keine Ironie ist, dann weiß ich auch nicht.

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Kaffee trinken

Einen Kaffee zu trinken scheint uns selbstverständlich und bedarf in den Augen der meisten Menschen keiner Erklärung. Doch mal ehrlich, ist das wirklich so? Ich sage Nein!

Es gibt viele verschiedene Arten und Weisen, wie Kaffee getrunken wird. Damit spreche ich gleichermaßen über die Zubereitung des Getränks wie auch von dem benutzten Geschirr. Nun, in Deutschland wird der Kaffee entweder schwarz oder mit etwas Milch getrunken, meist ist es Bohnenkaffe, der mild geröstet ist. Den Kaffee trinkt man gewöhnlich aus einer Tasse oder einem Pott. In Italien werden auch Tassen benutzt, der schwarze Kaffee heißt dort Espresso und der mit Milch Cappuchino. Wenn man nun weiter nach Frankreich reist, bekommt man den Kaffee in wieder anderen Variationen, der schwarze Kaffee wird ähnlich wie der Espresso der Italiener in kleinen Tassen serviert, der Milchkaffee heißt Café au lait und wird in großen Schalen – bol – serviert.

In Spanien gibt es ebenfalls die Unterscheidung zwischen schwarzem Kaffee und Milchkaffee, der hier Cafe con leche genannt wird. Ein Unterschied, den es zu den vorher genannten Ländern gibt, der Kaffee wird im Süden Spaniens besonders in Andalusien in Gläsern gereicht. Da gibt es kleine Gläser für den Milchkaffee und noch kleinere für den Cortado bzw. schwarzen Kaffee.

Zunächst habe ich mir dabei nichts gedacht, doch dann fiel mir auf, dass es in Marokko Tee aus sehr ähnlichen Gläsern zu trinken gibt.

Andalusien war von ganz Spanien am längsten unter dem Herrschaftseinfluss der Moros, also der Araber. Vermutlich ist der Brauch, Kaffee aus Gläsern zu trinken ein Relikt dieser Zeit, das heißt eine Tradition, die auf eine über 500 Jahre zurückliegende gemeinsame Geschichte. Der einzige Unterschied, den ich wirklich bemerkt habe, ist dass die Wahl der Gläser für den Kaffee auf billigere und vor allem unverzierte Gläser gefallen ist.

Diese Einsicht werde ich am Wochenende mit einem Besuch in einem Cafehaus in Marokko prüfen, dann werde ich wissen, woraus man in Marokko seinen Kaffee trinkt. Ist es wirklich möglich, dass die Art und Weise in Spanien bzw. Andalusien Kaffee zu trinken auf die arabische Convivencia zurückgeht?

Je nach Stärke oder Zusatz variieren die Namen und Präsentationen des Kaffees in allen Ländern, aber darauf möchte ich an dieser Stelle nicht genauer eingehen. Kaffee ist wirklich eine Möglichkeit sich mit Kultur und kulturellen Unterschieden auseinander zu setzen. Alltagskultur, manchmal überraschen die einfachsten Dinge, wie der Kaffee am Morgen.

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Spanien kurios – Teil 2

Auch bei der Begrüßung sind Spanier sehr penibel, die Hand zu geben wird als grob unhöflich empfunden. Richtig ist es auch Fremde oder kaum Bekannte mit „Besos“, also Küsschen zu begrüßen. Ja, Küsschen rechts und links gehört in Spanien zum guten Ton.

Aber wirklich befremdlich ist für viele Frauen die Pflege, die sich spanische Frauen gönnen. Klar, Deutsche sind nicht gerade dafür bekannt, gut angezogen zu sein, aber Spanierinnen haben wirklich eine einzigartige Art und Weise sich immer gut anzuziehen. Kleidungsstücke und Accessoires sind penibel aufeinander abgestimmt. Es ist selbstverständlich sich mehrmals am Tag umzuziehen. Auf Kosmetik wird großen Wert gelegt, obwohl die Preise im Vergleich zu Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern höher ist, kaufen Spanier weit mehr Kosmetika als beispielsweise Deutsche. Friseur und Beauty-Studio gehören zum Alltag und es gibt in keinem Land derart viel Schönheits-OPs wie in Spanien, selbst in Hollywood legen sich nicht so viele Damen und Herren unters Messer.

Was auf Ausländer seltsam wirkt ist, dass mit einer in Deutschland unbekannten Selbstverständlichkeit spanische Musik gespielt wird. Es ist völlig normal für alle Altersgruppen spanischsprachige Musik zu hören. Dabei wundert das besonders Deutsche, die bei deutschsprachiger Musik zuerst an Volksmusik denken.

Ein anderes interessantes Thema ist der Umgang mit Tieren und Insekten. Diese sogenannten Bichos werden mit der Chemiekeule so gut es geht ferngehalten. Wer in Deutschland erstaunt ist eine Kakerlake zu sehen oder gar nicht wirklich aus eigener Erfahrung weiß, wie die aussehen, wird sie besonders im Sommer überall entdecken, sei es bei den Müllcontainern, schlicht abends auf der Strasse, in Bars, Kneipen oder im Haus. Das ist normal und wird meist mit einer großen Ladung Gift besprüht und anschließend mit Chlorreiniger geputzt. Die Spanier putzen gern mit Chlor und fürchten sich nicht vor giftigen Dämpfen.

Eine weitere Sache ist der Lärm, im Spanien ist es immer laut, bei internationalen Vergleichen kommt das Land auf Platz 2, nach Japan ist es das lauteste Land auf der Welt. Das ist sicher kein großer Erfolg, erklärt sich aber schnell. Die Spanier leben auf der Strasse, die Temperaturen sind besonders im Sommer derart unangenehm, dass man vor Mitternacht nicht daran denken wird sich ins Haus und das Bett zu begeben, auch kleine Kinder spielen ganz selbstverständlich bis spät in die Nacht draußen. Außerdem wird durch lautes Reden, was gerne als Schreien interpretiert wird kommuniziert. Keinem Spanier fällt das auf, aber Besuchern oder Deutschen schon.

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Spanien kurios – Teil 1

Vieles weiß man, andere Dinge hat man gehört, hier werden noch einige weitere Dinge aufgezählt, die nicht ganz so selbstverständlich sind. Sei es jetzt für Deutsche in Spanien oder für Spanier, die im eigenen Land Deutschen begegnen.

Viele Studenten oder Au-Pairs, die das erste Mal nach Spanien kommen wundern sich über die seltsamen Essgewohnheiten in der Öffentlichkeit. Kaum jemand isst auf der Strasse. Jetzt stutzen Sie, klar, jeder isst auf der Strasse, aber nur in Cafés, Bars oder Restaurants. Es ist undenkbar einen Spanier zu finden, der einfach so mit einem Sandwich und einem Getränk in der Hand daherläuft und es isst. Besser noch ist, dass die Spanier dies als anstößig und ungezogen oder sogar als ekelig empfinden. Erstaunlich, wo Spanier doch alle Reste gleich auf den Boden werfen.

Es wurde schon berichtet, dass in Spanien nicht auf der Strasse, sondern in Cafés, Tapasbars oder Restaurants gegessen wird. Aber nicht nur der Ort ist klar festgeschrieben, sondern auch die Uhrzeiten und sie unterscheiden sich erheblich von dem, was wir aus Deutschland kennen. Das Frühstück findet gewöhnlich so zwischen 9 und 10 Uhr statt und besteht aus einem Toast mit Olivenöl und Tomate sowie einem Kaffee. Danach gibt es bis zum Mittag nichts, das Mittagessen wird zwischen 14 und 14 Uhr zu sich genommen. Wer das in einem Restaurant oder einer Bar möchte, der sollte genau auf die Uhrzeit achten, es gibt weder vor- noch nachher etwas. Gegen 17 Uhr, nach der Siesta gibt es meist einen Kaffee und etwas Süßes. Zwischen 21 und 22 Uhr wird zu Abend gegessen. Es wird in der Regel warm gegessen. Es gibt zu jeder Mahlzeit Weißbrot und sogenannte Picos, das sind trockene brotähnliche Kräcker, die meist keinen Geschmack haben und auch nichts aufsaugen. Viele Gerichte werde zusätzlich mit Chips gereicht. Eine weitere Besonderheit der spanischen Küche ist, dass es immer Kekse gibt, ganz gleich was ist, es gibt nen Keks. Schokolade wie wir sie aus Deutschland kennen wird dafür ehr selten gegessen.

Auch Vegetarier haben eine schwere Zeit. Im Supermarkt und auf den Märkten findet man viele lebende Tiere, wie Kisten und Bottiche mit Schnecken. Geschlachtete Tiere werden auch mit Gefieder oder Fell verkauft… oder zumindest am Stück. Füße, Köpfe und andere Teile, die in Deutschland schon entfernt sind, sind in Spanien noch dran.

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