Hola,
ich muss eine Interpretation zum Schlusskapitel (31) des Romans "La memoria de los seres perdidos" schreiben. Wer das Buch nicht gelesen hat, hier eine kurze Handlungszusammenfassung in wenigen Sätzen. Wer das Buch kennt, kann weiter unten weiterlesen.
Während der Militärdiktatur in Argentinien gab es ja Hunderttausende von "Verschwundenen", also vom Militär umgebrachte Menschen, deren Leichen aber niemals aufgetaucht sind. Die Kinder dieser Verschwundenen wurden meist zur Adoption freigegeben, unter anderem Namen, und wuchsen oft in dem Glauben auf, dass ihre Adoptiveltern ihre wahren Eltern sind. Darum geht`s auch in dem Buch. Die Hauptfigur Estela, die in Spanien lebt, findet raus, dass sie in Wahrheit adoptiert ist und ihr argentinischer Adoptivvater in die Ermordung ihrer Mutter verwickelt war. Sie zieht von zuhause aus, beschließt aber, ihren Adoptivvater erstmal nicht anzuzeigen, um ihre 16jährige Schwester nicht zu traumatisieren, die ebenfalls adoptiert sein muss. Da diese ihren Vater liebt, will Estela ihr nicht die Wahrheit erzählen. Die Schwester begreift natürlich nicht, warum Estela plötzlich ausziehen will, woraufhin diese sagt:
"Algún dÃa tú también buscarás la memoria de los seres perdidos!"
Das ist einer der letzten Sätze im Buch. Kann man wahrscheinlich am eheste übersetzen mit "eines Tages wirst du dich auch auf die suche nach dem Andenken der Verlorenen begeben", oder? Aber welchen Sinn ergibt dies, wenn die Schwester doch gar nichts von Estelas wahren Beweggründen, die Wohnung der Eltern zu verlassen, weiß?
Für Ideen oder bessere Übersetzungsvorschläge wär ich sehr dankbar!!


