Hallo!
"normaler" oder "südamerikanischer" Form
Ich muss gestehen, darüber habe ich so viel Unsinn gelesen, dass ich das Thema inzwischen fast "lustig" finde
Aber da ich weiß (zumindest vermute ich es), dass es für dich eine wichtige "Entscheidung" ist, schreibe ich dir, wie ich darüber denke.
Was ist "normal"???
Sprachen werden von Menschen gemacht und die Zeiten, wo Politik bestimmte (das gab es leider), welche "Sprache" die "richtige" ist, ist Gott sei Dank , längst vorbei. In allen hispanoamerikanischen Ländern (+ USA und andere) wird Español normativo/Hochspanisch gesprochen und sie sind alle gleichwertig. Schon mal bei der Real Academia geschaut, wie Verben konjugiert werden? Hier ein Beispiel (nur Gegenwart von ser):
Presente
soy
eres / sos
es
somos
sois / son
son
Und wenn es darum geht, so zu sprechen, wie es die meisten Hispanohablantes es tun (ca. 450 Mio.), dann müsste man eigentlich wie ein Mexikaner reden, denn sie sind die größte Gruppe (ca. 110 Mio. Einwohner!!)... verglichen damit, ist der Anzahl der Spanier, die das sog. "normal" Spanisch sprechen, recht gering (Spanien hat ca. 45 Mill. Einwohner und nur ein Teil davon, verwendet "Th" und Co. bzw. die "vosotros"-Form)
Meine Tochter hat gerade mit Spanisch in der Schule angefangen...Die obligatorische Frage in der 1. Stunde, weshalb man Spanisch lernen wollte, antwortete sie mit "weil die Hälfte meiner Familie/Freunde aus Chile kommen"...Seitdem ist sie die einzige in der Klasse (!!), die wg. der Aussprache nicht korrigiert/verbessert wird, während viele Mitschüler einen Zungenkrampf bei dem "gracias" bekommen...Eine erstaunliche Sache, wenn du mich fragst...
Sollte ich mir lieber eine Sache angewöhnen und nicht beide?
Hmmm...Also ich finde , man sollte keinen Mischmasch/Durcheinander machen...Sprich einfach so, wie du dich am besten fühlst...Es spielt auch eine Rolle, ob man z.B immer wieder Urlaub in Madrid macht, oder doch lieber auf den Kanaren? Galicia o Cataluña? Valencia o PaÃs Vasco?...Die Liste lässt sich fotsetzen...
Ich verwende keinen "th" und vieler unseren Forenfreunde auch nicht. Das hat mich nie daran gehindert, mit einem "waschechten" madrileño eine gute Unterhaltung zu geniessen...Wer da Unterschiede macht, meiner bescheidener Meinung nach, hat einfach nicht mehr alle
Meine erste Begegnung mit der deutschen Sprache (als Sprachkurs gesehen) hatte ich im Goethe Institut in Santiago. Unsere Lehrerin sprach natürlich Hochdeutsch, aber mit recht starken Bayrischen, zumindest südlichen Akzent...Als ich hierher kam, merkte ich schnell, dass die Rheinländer gaaaanz anders als "ich" redeten (ich rede nicht vom Dialekt, die ganz normale Aussprache halt) ...Ich übernahm lieb und gern diese "Rheinland-"Version, denn ich wohne halt hier
Saludos
cuya
PS: Das Erlernen der "vosotros" Form ist natürlich überall selbstvertändlich...wir verwenden sie zwar nicht, aber es gehört zur unseren Sprache (und man findet sie ja öfters z.B in der Literatur)