Sevilla
Das Herz von Andalusien
Wie kaum eine andere Stadt prägt Sevilla unser Bild von Spanien.
Über ein halbes Jahrtausend regierten hier die Mauren und legten
prächtige Bauwerke an. Gelegen im Herzen von Andalusien am Fluss
Guadalquivir der in den Atlantik
mündet, wurde hier später
das Gold aus Südamerika von den Galeonen geladen. Dies alles
erklärt die äußerst prächtigen Bauwerke, die bis heute noch zu
sehen sind.
Es fängt an mit dem immens großen Altstadtkern, der nur durch
schmale Gassen zu erkunden ist. Weiter geht es mit der Catedral
Santa María, der weltweit drittgrößten Kathedrale nach Rom
und London. Die Erbauer beschlossen damals "eine Kathedrale
zu bauen, so groß, dass uns jeder für verrückt
hält." Dies ist ihnen auch gelungen. Als Kirchturm dient das Minarett
der Moschee, die die Mauren den Christen überließen. Und
bis heute ist die Giralda, wie dieser Turm genannt wird, das
Wahrzeichen Sevillas. Ein weiteres Highlight sind die Reales
Alcázares. Es ist ein orientalischer Festungspalast, der
verblüffenderweise nicht von den Mauren, sondern von "Pedro
III dem Grausamen" angelegt wurde. Ein weiteres bombastisches
Bauwerk ist der gesamte Plaza de España, der einst für eine
Iberoamerikanische Ausstellung gebaut wurde. Zuletzt sei noch das
Areal der Weltausstellung von 1992 genannt, auf dem einige moderne
Bauwerke stehen.
Bei allem Reichtum und dem wirtschaftlichem Aufschwung der
letzten zwei Jahrzehnte darf man jedoch nicht aus den Augen
verlieren, dass das Geld äußerst ungleich verteilt
ist. So beherrschen noch heute wenige Großfamilien die
gesamte Politik und Wirtschaft der Region. Arbeitslosen- und
Drogenkriminalität erreichen spanische Spitzenwerte.
Doch genau das ist die perfekte Kulisse für viele berühmte
Fiestas, Ferias und ein Nachtleben bis in die frühen
Morgenstunden. In und um die Bars und Diskotheken am Fluss
oder in der Altstadt wird geflirtet und gezecht bis der Arzt
kommt. Kurz, ein unvorstellbares Nachtleben, dass man einfach
mit seinen eigenen Augen gesehen haben muss.