Samtweich

Dieses Thema enthält 19 Antworten und 5 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  la-liana vor 7 Jahre, 9 Monate.

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    eine kleine Geschichte zum Übersetzen:

    Samtweich
    Wie sie ihn ansieht. Es verblüfft mich immer wieder, dass jemand den Mann so ansehen kann, der zu mir gehört. Als würde es mich nicht wirklich geben, als würde ich nicht neben ihm sitzen, als würde er meine Hand nicht halten.
    Als sei ich unsichtbar, nicht relevant. Wie viel Egoismus gehört dazu, ihn so anzuschmachten und dabei völlig zu ignorieren, dass ich daneben sitze? Mit großen klaren Augen verfolgt sie jede seiner Bewegungen und sie leuchtet auf wie eine Kerzenflamme, wenn er das Wort an sie richtet oder sogar, wenn er sich nur zufällig in ihrer Nähe aufhält. Es ist ein seltsames Gefühl.
    Natürlich, ich kann sehr gut verstehen, dass sie ihn liebt. Wer würde das nicht? Man muss ihn einfach lieben. Aber doch bitte nicht so. Mit diesem besitzergreifenden Blick dahin.
    So schmachtet und sehnt sie und versetzt ihn und mich in die unangenehme Lage, das ignorieren zu müssen. Wenn man es denn ignorieren kann – letztens hat sie angefangen, sich im Gespräch dazwischenzuwerfen, was es nicht leicht macht, sie nicht zu beachten und an ihren Platz zu verweisen. Ich berührte ihn am Hals und schon fuhr sie dazwischen und uns ins Wort.
    Eifersüchtig beobachtet sie mich mit ihm und wenn sie Einfluss auf die Sitzordnung nehmen könnte, ich müsste wohl im anderen Zimmer sitzen…. Es belustigt mich einerseits, aber es verärgert mich auch. Sie mag mich. Das weiß ich. Und das macht es ja so schwierig. Spreche ich mit ihm, muss ich den finsteren Blick erdulden. Spreche ich mit ihr, so biegt und dreht sie sich geschmeidig und will auch mir gefallen.
    Es war ja nicht immer so extrem, sie scheint sich da in letzter Zeit fast bewusst hineinzusteigern. Ich warte also, ob es vorbeigeht. Bis dahin sieht sie ihn so an. Mit diesem heißen hungrigen Blick, mit dieser Sehnsucht, die er nicht erwidert. Sie sieht ihn auf diese bestimmte verliebte Art an: Als würde es mich nicht wirklich geben. Aber es gibt mich.
    Eines Morgens stand sie hinter der Glastür und sah uns an, als wir uns liebten. Sie blieb einfach stehen und betrachtete uns. Wir wussten es, aber es kümmerte uns nicht – soweit kommt es noch, dass so eine eifersüchtige kleine Zicke uns stört! Danach beim Frühstück brannte ihr Blick noch tiefer, sie war gereizt und nahezu unausstehlich.
    Da hätte ich es dann wohl tun müssen. Ich hätte sie einfach im Nackenfell hochnehmen und sagen müssen: “Miss Sweety, so nicht. Du bist ein hübsches Kätzchen, aber eben nur eine Katze. Er ist mein Freund, meiner und nur meiner, und ich habe langsam wirklich keine Lust mehr, dauernd Deine Krallen zu spüren, nur weil das nicht in Deinen kleinen Schädel will!”

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    Ungelesener Beitragvon cuya » Mo Okt 17, 2011 7:47 pm
    -estar perdiendo / ir perdiendo …beide Ok. Ich würde in diesem Text eher estar nehmen

    Hallo Cuya,
    super und danke, dass du wieder vorbeischaust!
    Nur eine Frage! Ich habe gelernt, dass „ir + gerundium“ einen langsame Veränderung ausdrückt, „estar + gerundium“ ausdrückt, was gerade passiert. In der Geschichte tritt dieser Zusatnd so langsam ein, warum kann man in diesem Fall auch „estar+Gerundium“ nehmen?

    Nur eine Frage! Ich habe gelernt, dass „ir + gerundium“ einen langsame Veränderung ausdrückt, „estar + gerundium“ ausdrückt, was gerade passiert. In der Geschichte tritt dieser Zusatnd so langsam ein, warum kann man in diesem Fall auch „estar+Gerundium“ nehmen?

    Tjaaa…ich tue mich immer schwer damit, wenn Sachverhalte, die in der Fachliteratur viele viele Worte bedürfen, in ein paar Zeilen geregelt werden. Man sollte nicht vergessen, dass bei so einer Aussage darum geht, Nuancen und Feinigkeiten einer Sprache für Nichtmuttersprachler zu erklären (ähnlich wie ser v/s estar, oder subjuntivo v/s indicativo). Der Muttersprachler macht diese Unterschiede automatisch und kennt solche Aussagen (die in der Regel von Leuten gemacht werden, die sich jahrelang sprachwissenschaftlich damit auseinandersetzten) überhaupt nicht.

    Zum Thema findet man einiges:
    http://hispanoteca.eu/Gram%C3%A1ticas/Grammatik%20im%20PDF/Per%C3%ADfrasis-Liste.pdf (s. estar + gerundio bzw. ir + gerundio)
    http://hispanoteca.eu/Gram%C3%A1ticas/Grammatik%20im%20PDF/Per%C3%ADfrasis-Tabla-Pir%C3%A1mide.pdf
    http://hispanoteca.eu/Lexikon%20der%20spanischen%20Verbalperiphrasen/I/IR%20gerundio.htm

    Ich habe geschrieben „-estar perdiendo / ir perdiendo …beide Ok. Ich würde in diesem Text eher estar nehmen“

    Ich hatte gestern dazu geschrieben, dass ich kein Gerundium genommen hätte (y pierdo las ganas/ y no tengo ganas), löschte es aber (um lange Erklärungen zu vermeiden 😆 )
    Wir haben es hier mit einem deutschen Originaltext zu tun, der ins Spanische übersetzt werden soll (und nicht anders rum!). Die Übersetzung sollte m.E so sein, dass wenn jemand den Text auf Spanisch liest, in etwa das denkt, was der Text uns sagen wollte. Ohne diese Tatsache sind beide Möglichkeiten Ok., die Frage ist eher, was jemand ohne Deutschkenntnisse versteht. Ich entschied mich für „estar“, weil für mich dies nur die augenblickliche Situation betont (estoy harta! mir reichts! und zwar jetzt fühle ich so) ; wenn ich „voy perdiendo“ nehme, meine ich eher, dass ich nach einem etwas längeren Zeitraum zu dem Schluss komme, dass ich Kratzer gar nicht so toll finde) . Aber wie gesagt, beide Versionen sind Ok.
    Ich gestehe, ich hätte eher „no tengo ganas/ estoy harta“ gesagt (und hätte die „Lust“ gar nicht erwähnt 😉 )

    Man konnte viele Beispiele nehmen…Es ist wirklich nicht leicht, denn dieser feine Unterschied wird im Deutschen selten gemacht und man versteht die Sachverhalte eher im Kontext :

    – estoy perdiendo las ganas de trabajar aquí ( ich bin es leid, ich fühle so in diesem Moment; das schließt nicht aus, dass man sich seit geraumer Zeit Gedanken macht, es gibt nur den augenblicklichen Zustand an)
    – voy perdiendo las ganas de trabajar aquí ( allmählich, nach einem langen Prozess des hin und her Überlegens, früher war ich total motiviert, heute bleibt kaum noch etwas davon)

    Bin gespannt, ob ihr damit etwas anfangen könnt 😉

    cuya

    Ein paar Vorschläge:

    Así le desea y le anhela y nos planta (a él y a mi)/ nos pone/ en la desagradable situación de tener que ignorarlo/ de ignorar todo. Si es que se puede ignorar – el otro día empezó a meterse mientras conversabamos/durante una conversación, lo que dificulta ignorarla/no tomarle en cuenta y mandarla a su sitio/lugar. Le rocé el cuello y ya había saltado entre nosotros y en la conversación (interrumpiendo la conversación)

    Celosa me mira a mi con él y si tuviera influencia en la posición en la mesa/ en la distribuición de asientos/ yo tendría que estar en otra habitación/seguro que yo tendría que sentarme en…Por una parte me divierto por eso pero también me molesta. Me quiere. Eso lo sé. Y por eso la cosa es tan difícil. Si hablo con él entonces tengo que aguantar el ceño/ que me mire sombría. Si hablo con ella entonces se falsea y da vueltas suavemente y desea que la quiera también.

    No siempre fue tan extremo, parece que últimamente se obsesiona concientente en esto/ últimamente pareciera estar obsesionada con la idea. Por consiguiente espero si pasa. Hasta ahí lo mira de esta manera/ lo seguirá mirando así. Con esa mirada ardiente y hambrienta, con ese anhelo/esas ansias que no corresponde/n. Lo mira de esta cierta manera enamorada como si yo no existiera, pero existo.

    Una mañana ella estaba detrás de la puerta de vidrio y nos miraba mientras hacíamos el amor ( y se quedí mirándonos mientras..). Se quedó simplemente ahí y nos miraba (ahí parada mirándonos). Nos dimos cuenta pero no nos importó – ¡Hasta ahí podríamos llegar, que nos moleste una pava celosa! („pava“ kann ich nicht bestätigen, kenne ich nicht in diesem Sinne; ich hätte „pesada“ genommen) Después mientras desayunábamos su mirada ardía aún más, estaba irritada y casi insoportable.
    Entonces hubiera tenido que hacerlo. Hubiera tenido que levantarla/cogerla simplemente de la nuca y decirle: „ Señorita Sweety, así no. Eres una gatita linda pero eres solo una gata.Él es mi novio, es mío y solo mío y estoy perdiendo las ganas experimentar tus garras (cansada/harta de), y todo porque eso no te quiere entrar en la cabeza!“

    Saludos
    cuya

    Man konnte viele Beispiele nehmen…Es ist wirklich nicht leicht, denn dieser feine Unterschied wird im Deutschen selten gemacht und man versteht die Sachverhalte eher im Kontext :

    – estoy perdiendo las ganas de trabajar aquí ( ich bin es leid, ich fühle so in diesem Moment; das schließt nicht aus, dass man sich seit geraumer Zeit Gedanken macht, es gibt nur den augenblicklichen Zustand an)
    – voy perdiendo las ganas de trabajar aquí ( allmählich, nach einem langen Prozess des hin und her Überlegens, früher war ich total motiviert, heute bleibt kaum noch etwas davon)

    Bin gespannt, ob ihr damit etwas anfangen könnt 😉

    cuya

    Cuya, du hast vollkommen Recht, mir dem was du sagst und ich wundere mich immer wieder, dass du trotz der Schwierigkeit so gute Erklärungen findest. Jetzt sehe ich den Unterschied. Bei „estar + gerundio“ war ich immer der Meinung, dass es nur den aktuellen Moment betrifft.
    Vielen Dank für die Mühe, die du dir gemacht hast. Fühle dich gedrückt von mir.

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