Diana Blein

Diana Blein

Hallo mein Name ist Diana und ich bin die Redeakteurin von Super Spanisch.de.

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DIE 70 FRAGEN, DIE DEN REISELEITERN AUF MALLORCA AM HÄUFIGSTEN GESTELLT WERDEN

Inhaltsverzeichnis

70 kuriose Fakten über Mallorca

Was heißt Cala?

Eine Cala ist eine kleine Bucht, oft mit Sand-oder Kieselstrand. Größere Buchten, wie die von Palma, Alcúdia oder Pollença, heißen dagegen Badia. Die mallorquinische Küste ist berühmt für ihre ca. 350 Cales (= Mehrzahl von Cala). Cales sind immer temporäre Bachmün-dungen. Ist eine Cala noch schmaler als ca. dreißig Meter, spricht man von Caló (Mehrzahl =Calons).

Wo sind die Friedhöfe?

Wenn Sie privat über die Insel fahren, können Sie jede Menge Friedhöfe besuchen – mehr als fünfzig gibt es auf Mallorca. Die meisten liegen außerhalb der Ortschaften, manchmal bis zu zwei Kilometer entfernt, oft direkt an den Hauptstraßen. Bis zum beginnenden neun-zehnten Jahrhundert hießen die cementiris (=Friedhöfe) fossars (fossa = Grab) und hat-ten ihren Platz mitten in den Ortschaften, neben der Kirche oder gar in ihr.

Warum liegen die Friedhöfe so weit außer-halb?

Die Gründe, warum man die Friedhöfe immer weiter weg von den Ortschaften angelegt hat, sind im immer s c h n e l l e r e n W a c h s t u m der Dörferund im Ausbruch der Epidemien zu sehen. Einerseits war im Dorf kaum mehr Platz, andererseits fürchtete man die Ansteckung, zum Beispiel durch Pest-Tote mitten im Dorf. Aus dieser Zeit stammt auch die Bestattungsart, die heute noch am verbreitets-ten ist: Der Sarg mit dem Toten wird praktisch hermetisch abgeschlossen eingemauert, durch fünfzehn Zentimeter dicke Betonwände und – boden von der Friedhofserde isoliert. Die Grab-

stätten sind eine Art Keller, traditionellerweise zwei mal fünf Meter groß in der Fläche und drei Meter tief in der Erde. Eine Treppe führt hinun-ter zu den Wänden mit den Nischen, wo die Särge eingemauert werden. (Foto Nr. 3)

Wie lange werden die menschlichen Über-reste in den Nischen aufbewahrt?

Laut Gesetz dürfen die Überreste nicht vor Ablauf eines Jahres nach der Beerdigung herausgenommen werden. Im Allgemeinen lässt man sie über viele Jahre hinweg dort ruhen, bis sie, aus welchen Gründen auch immer, herausgeholt werden müssen.

Was könnte die Angehörigen dazu bewe-gen, die Überreste herausholen zu lassen?

In den meisten Fällen werden die Überreste ganz einfach aus Platzmangel entfernt, wenn beispielsweise das Familiengrab bereits kom-plett belegt ist und jemand stirbt. Mit richterli-cher Erlaubnis können Nischen für die zuletzt Verstorbenen wieder zur Verfügung gestellt werden. Oder der Verstorbene hatte zu seinen Lebzeiten den Wunsch geäußert, zusammen mit einem bestimmten Familienmitglied beer-digt zu werden. Um diesem Wunsch nachzu-kommen, holt der Totengräber die Überreste der betreffenden Person aus seiner Nische und legt sie ins Grab des zuletzt Verstorbenen.

Was geschieht mit den Überresten, die aus einer Nische komplett entfernt werden müs-sen?

Überreste vom Sarg werden verbrannt während die menschlichen Überreste in so genannten Gebeinhäusern aufbewahrt werden. Diese befinden sich entweder gleich im Familiengrab oder in großen, unterirdischen Räumen, die auf dem Friedhofsgelände liegen und öffentlich genutzt werden können.

Gibt es jagdbares Wild auf der Insel?

Man jagt auf Mallorca Rothühner, Ringel-tauben, Kaninchen, Feldhasen, Wald-schnepfen, Drosseln, Stare, Wachteln, Turteltauben; in den Bergen gibt es keine Gämsen, Wildschweine oder Steinböcke;aber es gibt eine ziemlich große Population – etwa 30.000 – verwilderter Ziegen, die sich sehr gut an ein freies Leben in den Bergen angepaßt haben; sie werden auf Mallorca gerne als “Großwild“ bezeichnet und mit grö-ßerem Kaliber gejagt.

Warum gibt es auf den Feldern so viele Steinmauern?

Diese Mauern markieren normalerweise die Feldgrenzen verschiedener Eigentümer, und verhindern gleichzeitig, dass das freiweidende Vieh von einer Feldparzelle zur Nachbar-Parzelle wechselt. Es gibt etwa acht verschie-dene Arten, diese Trockenmauern zu bauen, je nach Zweck. Luftaufnahmen haben ergeben, dass es auf der Insel ca 25.000 Kilometer sol-cher Trockenmauern gibt: 17.000 km in den Ebenen, 8.000 km in den Bergen.

Seit wann gibt es diese Mauern?

Als, ab dem XVIII. Jhh. die Eichen- und Aleppokieferwälder gerodet worden sind, um sie in Agrarland zu verwandeln – zunächst für den Weinanbau, später für Mandel-, Feigen- oder Johannisbrotplantagen -, war der Untergrund sehr steinig; man konnte mit Millionen Tonnen Steinen nichts anderes machen, als damit die neuen Parzellen abzugrenzen, die eben dort entstanden sind, wo vorher Wald war.

Warum sind die Fensterläden meistens geschlossen?

Fenster- und Türläden sind auf Mallorca erst zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts einge-führt worden. Wenn Sie sehr alte, nicht reno-vierte Häuser ansehen, werden Ihnen dort die sehr kleinen Fensteröffnungen auffallen, ohne Fensterläden. Das Fehlen von Feststellhaken deutet schon darauf hin, wie selten die Fensterläden geöffnet werden!.

Die Fensterläden sind normalerweise aus fol-genden Gründen geschlossen:
• es ist niemand zu Hause, oder das Haus ist unbewohnt
• um in den heißen Monaten das Haus mög-lichst kühl zu halten, schließt man die Fensterläden und öffnet die Fenster dahinter,

um Durchzug zu haben; nur, wenn die Luft draußen so heiß ist, dass sie auch noch bei Durchzug das Haus weiter aufheizen würde, schließt man auch noch die Fenster

• an Regentagen schützen die Läden die Holztüren vor dem Wasser und das Fensterglas vor Verschmutzung

• im allgemeinen sind die Zimmer zur Strasse hin die Schlafzimmer und wer läßt schon gerne von draußen auf sein Bett schauen?

• bis in die sechziger Jahre waren die Dorfstraßen noch nicht asphaltiert; die Fensterläden haben den Straßenstaub etwas abgehalten. Auch wenn die Straßen heute nicht mehr so staubig sind, bleibt die Tradition der geschlossenen Läden erhalten

• das traditionelle mallorquinische Haus hat schon immer alle Fassaden- Öffnungen so klein wie möglich gehalten, um das Eindringen von Regenwasser, Hitze, oder gar Piraten zu erschweren; vielleicht steckt die Angst, ange-griffen zu werden, immer noch in den Genen, und die Schwachstellen in den Fassaden, also die Öffnungen dort, bleiben unbewußt geschlossen.

Was bedeuten die Schilder auf diesem Bild?

Vedat privat de caça (manchmal auf Kastilisch zu lesen: Coto privado de caza) bedeutet “Privates Jagdrevier”; zusammen mit den recht-eckigen, schwarz- weißen Täfelchen zeigt es schon von weitem den Jägern das Jagdverbot in dieser Zone an; nur mit schriftlicher Einwilligung des Grundbesitzers, oder mit einem Pachtvertrag darf dort gejagt werden. In der Praxis bedeutet es also auch ”Privatbesitz”, oft nur “Durchgang verboten” für Wanderer, insbesondere aber für Schnecken-, Spargel- und Pilzsammler.

Wie heißen die Früchte, die wie Schoten an Bäumen hängen?

Der am häufigsten gebrauchte Name ist Johannisbrot (Ceratonia siliqua), manche nennen es Manna, Affenbrot, die Österreicher auch Bockshörner. Laut Bibel hat sich Johannes der Täufer in der Wüste von solchen Schoten ernährt.

Warum gibt es sonst kein Großwild?

Es fehlt an “weichen Gräsern”, von dem sich sonst Großwild ernährt; die verwilderten Hausziegen sind sehr genügsam und ernähren sich von härteren Wildpflanzen; außerdem fehlt es auf Mallorca an genügend Freiflächen, ohne Menschen und Straßen; vor allem aber sind die lebensnotwendigen Wasserquellen drei Monate ausgetrocknet.

Wozu dienen die Plastiktüten, wie auf dem Foto?

Diese Plastiktüten sieht man von Juni bis November nur in den Ästen der Aleppo- kiefern hängen. Es sind Duftfallen für einen männlichen Nachtfalter (Thaumetopoea pityo- campa) , der in diese Fallen durch Duftstoffegelockt und so aus dem Verkehr gezogen wird. Reduziert man auf diese Weise die Anzahl der männlichen Falter, geht natürlich automatisch die Zahl der befruchteten Weibchen zurück, und als Folge davon wiederum die Anzahl der Eier, aus denen die gefräßigen Raupen schlüp-fen. Damit sollen die Prozessionsspinner-Raupen in den Aleppokiefernwäldern reduziert werden. Der anziehende Duft stammt aus dem dunkelbraunen Kasten über der Tüte. Die Raupen des Prozessionsspinners sind der Hauptfeind der mediterranen Aleppokiefern-wälder, weil sie die Bäume kahlfressen.

Woher kommt das Wasser für den häusli-chen Verbrauch und zum Berieseln der Felder?

Ausschließlich vom Regenwasser, das auf die Insel fällt und versickert; dieses Wasser sam-melt sich in riesigen, unterirdischen, natürlichen Depots.

Auf Mallorca gibt es keine Flüsse. Die zwei ein-zigen Stauseen sammeln jedes Jahr ca. zehn Millionen Kubikmeter Wasser, was dem Verbrauch der Hauptstadt allein in wenigen Wochen entspricht. Also muß man an unterirdi-sches Wasser gelangen. Ein Teil davon taucht spontan auf, als Quellen, und wird abgefüllt, in Flaschen verkauft. Der andere Teil des Trinkwassers, das für das öffentliche Leitungs-netz bestimmt ist, kommt aus Brunnen in ver-schiedenen Zonen der Insel. Das Wasser wird mit starken Pumpen hochgefördert und in große Behälter geleitet; dort wird es mit Chlor versetzt, ehe es in das Leitungsnetz einge-speist wird. In diese Behälter wird im Sommer auch das Wasser aus den Stauseen eingeleitet. Außer diesem System findet noch ein weiteres Verwendung: Häuser, die nicht an das öffentli-che Leitungsnetz angeschlossen sind, auf dem weiten Land zum Beispiel, müssen von Tanklastwagen mit Trinkwasser versorgt wer-den; das Wasser wird direkt vom LKW in die Zisterne gepumpt (Foto oben). Der Preis für eine Ladung (13.000 Liter) bewegt sich bei 45 Euro, wobei natürlich der kleinere Teil der Summe für das Wasser, der größere für den Transport anfällt. Auch Häuser mit Leitungs-wasser-Anschluß lassen manchmal Tank-lastwagen mit Trinkwasser kommen, weil die-ses nicht verchlort ist und damit besser schmeckt; dieses Wasser benutzt man nur zum Trinken und Kochen, für andere Zwecke wird das Wasser aus der Leitung genommen. Auch Regenwasser wird als Trinkwasser in Zisternen gesammelt.

Wozu dienen die runden Türme, die man bei vielen Orten der Insel findet?

Es gilt, zu unterscheiden, zwischen den alten Getreidemühlen und den Wachtürmen! Torres de molí fariner sind die alten Windmühlen, um Getreide zu mahlen. Sie stammen zumeist aus dem 19. Jahrhundert und die meisten haben ihre Flügel verloren. Talaies sind die alten Wachtürme aus dem 16.-17. Jahrhundert, die man direkt auf der Steilküste sieht.

Wozu dienen die “Mühlen” auf dem Foto?

Es sind Windräder zum Wasser-Hoch-pumpen! Wenn sich die Räder mit den meist weißblauen Lamellen gedreht haben, ist Wasser aus den Brunnen hochgepumpt wor-den, um damit wiederum v. a. Viehfutter zu bewässern, wie Luzerne oder Mais, vielleicht auch Gemüse.

Haben die vorherrschenden Farben der Lamellen eine Bedeutung?

Es sind meistens die zwei Farben, die auch die beiden Elemente bedeuten, mit denen die Windräder zu tun haben: weiss steht für die Luft, den Wind, und blau für das Wasser, das hochgepumpt werden soll.

Wie funktionieren – besser gesagt: wie funk-tionierten – die Windräder, die Wasser hoch-pumpen?

An der Windradachse bewegt eine Kurbel-welle eine Stange, die bis zur Wasserpumpe hinunterreicht, in etwa zehn Metern Tiefe; wenn der Wind dann das Windrad dreht, wird diese Stange auf und ab bewegt und betreibt so die Wasserpumpe im Brunnen. Die Pumpe drückt das unterirdische Wasser durch Röhren zur Oberfläche, wo das Wasser in einem Auffangbecken von etwa 100.000 Litern Kapazität gespeichert wird. Wird der Abfluß von diesem Becken geöff-net, fließt das Wasser durch verschiedene Kanäle zu den gewünschten Feldern, wo Mais, Sonnenblumen, Zuckerrohr oder vor allem Luzerne als Viehfutter angebaut wer-den.

Warum werden die “Wassermühlen” heute nicht mehr gebraucht?

Hauptsächlich, weil ihre Pumpkraft nicht aus-reichte, um immer mehr Wasser zu fördern, das die Felder verlangten, um immer mehr Grünfutter zu produzieren; als die Bauern ihr zu berieselndes Land immer weiter vergrößern mußten, um immer mehr Rinder zu füttern, um immer mehr zu verdienen, gerieten die Windpumpen an die Grenze ihrer Kapazität. Ein Windrad, das fünf Stunden am Tag in Betrieb war, konnte maximal 200.000 Liter Wasser hochpumpen. Ab den siebziger Jahren brauch-ten die Bauern diese Menge für tausend Quadratmeter Land – die meisten mußten aber mindestens fünftausend Quadratmeter täglich berieseln! Deshalb wurden Diesel- oder Elektropumpen eingebaut, die 40.000 bis 60.000 Liter Wasser pro Stunde fördern konn-ten!

Ein weiterer Grund für die Aufgabe der Windräder war das Angebot, Wasser aus den Kläranlagen gratis zu bekommen; außerdem war es natürlich auch viel einfacher, das Pumpwerk mit einem Knopfdruck in Gang zu setzen. Ein Windrad in die Gänge zu kriegen, war viel komplizierter und störungsanfälliger, die Reparatur viel teuerer.

Warum gibt es drei verschiedene Autokennzeichen auf Mallorca?

In den letzten Jahren hat die Zulassungsstelle einige Umstellungen bei den Autokennzeichen veranlaßt: bis 1999 hatten alle auf den Balearen zugelassenen Autos die Buchstaben PM (für Palma de Mallorca) und Zahlen auf dem Kennzeichen ; dann wurden diese beiden Buchstaben ersetzt durch IB (Illes Balears); und seit 2000 werden die Fahrzeuge mit Zahlen und Buchstaben zugelassen, aus denen nicht mehr ersichtlich ist, aus welcher Provinz sie kommen (früher galt V für València, Z für Zaragoza, GR für Granada, B für Barcelona).

Bedeuten die kleinen Schilder mit den Buchstaben SP am Heck von Bussen und Taxen “Spain” oder “Spanien”?

Nein – sie bedeuten Servei Públic, also “öffent-licher Dienst”.

Gibt es Giftschlangen auf Mallorca?

Nein. Es gibt zwei Schlangenarten auf dieser Insel, beide sind Nattern; eine lebt auf dem Land, die andere im Wasser. Die Landnatter heißt Macroprotodon cucullatus. Sie gibt es auf der ganzen Insel; im Frühling findet man sie am ehesten beim Sonnenbad, im Sommer dort, wo es noch etwas feucht ist, zum Beispiel unter fla-chen Steinen. Vielfach findet man auch tote Nattern auf Straßen und Wegen, überfahren. Sie können bis zu achtzig Zentimeter lang wer-den und sind überhaupt nicht agressiv Menschen gegenüber. Nattern und Geckos können aber schon einmal auf Leben und Tod kämpfen. Die Wasserschlange lebt in den feuchteren Zonen und sieht aus wie eine Viper. Ihr lateinischer Name ist Natrix maura. Beide Schlangenarten wurden von den Römern ein-geführt.

Wie heizen die Mallorquiner?

Bis in die sechziger Jahre hinein hat man auf Mallorca das Propangas noch nicht gekannt; seine Einführung hat eine wahre Revolution betreffs Heizen ausgelöst, die Gasöfen sind eingeführt worden! Bis dahin hatten nur sehr wenige Häuser Zentralheizung mit Heizöl oder Kohle; es hat verschiedene Systeme gegeben, um sich mit Brennholz zu wärmen:

• escalfapanxes, wörtlich übersetzt “Bauch-wärmer” sind die offenen Holzkamine.
• seit 20-30 Jahren dominieren Gasöfen, in modernen Wohnungen Zentralheizungen.
• brasers: eine Pfanne, mit glimmenden Mandelschalen oder Holzkohleglut liegt unter

einem Tisch, der mit einer dicken Tischdecke bedeckt ist, die bis zum Boden reicht.

Diese Art Heizung ist vor allem sehr beliebt bei den älteren Leuten im allgemeinen – bis heute! Am Nachmittag, wenn die Frauen ihre Arbeit beendet haben, wie Waschen, Kochen etc., set-zen sie sich an den Tisch mit der Glut darunter und ziehen die Tischdecke über die Beine; so hält sich der ganze Körper warm. Hausfrauen und die ältere Generation verbringen so heute

Welche Bedeutung hat die Stierfigur, zwi-schen den Dörfern Algaida und Montuïri?

Sie ist ein Reklameschild für eine andalusische Destillerie, die den Osborne-Brandy herstellt. In den 60er Jahren hatte man über 600 solcher Stiere entlang der Straßen auf dem Festland gut sichtbar aufgestellt, aber viermal größere, als auf Mallorca! Heute, auf Grund neuer Gesetze, die Werbung in der Nähe von Hauptstraßen und Autobahnen einschränken, gibt es nur noch 90 der Reklamestiere. Auf dem Foto ist der einzige auf der Insel. Er wird öfters angemalt, von Graffitti-Sprayern, mal in rosa und mit Euter versehen , mal wie ein mallorqui-nischer siurell; manchmal kriegt er auch Slogans ab, wie auf dem Foto, oder über den Hoden steht “zu verkaufen” etc. Man weiß nicht genau, warum all das geschieht; aber mögli-cherweise ist das Motiv der Mallorquiner für sol-che Veränderungen oder “Verzierungen” hinter einem dieser drei Gründe zu suchen: Protest gegen den Stierkampf, oder Protest gegen Alkoholwerbung, oder Protest gegen eines der Symbole jener kastilischen Mentalität, die alle anderen spanischen Kulturen vereinheitlichen will.

Ist die Muttergottes von Lluc eine schwarze Madonna?

Die ursprüngliche Skulptur, die seit dem 13. Jahrhundert dort verehrt worden war, ver-schwand im Mittelalter; die jetzige Madonna datiert aus dem Jahr 1520 und repräsentiert den flämischen, spätgotischen Stil. Es ist belegt, dass Joan Amer, ein reicher, mallorquini-scher Händler, im 16. J a h r h u n d e r t “Protector”, also Beschützer und Förderer der damali-gen Kirche von Lluc war; auf einer Belgienreise kaufte er die Figur und schenkte sie der alten Kirche. Dabei handelt es sich zwar um eine “schwarze Madonna”, aber mehr aus Zufall: in Lluc hatte man zu keinem Zeitpunkt ein Interesse daran, eine schwarze Muttergottes zu verehren, es sei denn, weil sie zufällig ein Geschenk jenes reichen Händlers war.

Wozu dienen die vielen Anpflanzungen von Feigenkakteen?

Sie heißen auf der Insel figue-res de moro (“Araberfeigen“) (Opuntia ficus indica) und wa-ren in den ver-g a n g e n e n Jahrhunderten wichtig in der V i e h z u c h t : S c h w e i n e haben die Ara-berfeigen gefressen, Rinder die Blätter in den Jahren, da es wenig Heu oder Stroh gegeben hat; die Früchte dienen heute nur noch bei sehr wenigen, traditionell eingestellten Bauern als Schweinefutter; öfters kann man dagegen Landwirte mit Traktoren sehen, die abgeschnit-tene Blätter von Feigenkakteen als Futter für ihre Kühe nach Hause bringen.

Warum sind die Kaktuspflanzungen von Steinmauern umschlossen?

Ich komme in diesem Buch noch des öfteren auf die Ökologie zu sprechen, die nicht erst seit kurzem im Leben der Mallorquiner eine große Rolle spielt; die Antwort auf obige Frage ist auch reine Ökologie! Heute würde man sagen, die Kaktusfelder dienten für die “Bodenhaltung“ von Hühnern! Halbwild lebte und brütete das Federvieh zwischen den Kakteen, geschützt vor Raubvögeln, scharrte in der Erde nach Würmern, Insekten, Samen etc. und düngte den Boden gleichzeitig auf natürlichste Art und Weise. Die Mauern sollten das Hühnervolk an der Flucht hindern und waren deshalb nicht sel-ten noch mit einem Zaun erhöht.

Verletzen Schweine nicht ihre Lippen und das Maul an den Stacheln der Kaktusfeigen?

Nein. Zum einen haben die Schweinerüssel eine viel stärkere Haut, als der Mensch; zum anderen geben die Bauern ihren Schweinen die Kaktusfeigen nicht als ganzes zum Fressen, sondern zerquetscht, durch Vorrichtungen, wie auf dem Foto unten. Der Brei wird mit Gerstenmehl vermischt. Auch wenn sich die Schweine offen-sichtlich nicht an den Stacheln stö-ren, findet man doch des öfteren beim Schlachten im Verdauungs-trakt der Tiere eingewachsene Stacheln, dadurch hervorgerufene Zisten, Infektio-nen oder sonstige Irritationen.

Wie ißt man Kaktusfeigen, ohne sich zu ste-chen?

Eigentlich ist es wirklich sehr schade, dass jeden Herbst tausende Tonnen Kaktusfeigen verderben, weil sie nicht mehr von den Bauern zum Verfüttern an die Schweine geerntet wer-den, da diese heute meistens mit Trockenfutter gemästet werden!
Die einfachste Art, für uns Menschen, sie zu essen, ohne uns zu stechen, besteht darin, die Stacheln schon zu entfernen, ehe wir die Kaktusfeige vom Kaktus brechen. Am einfachs-ten geht dies mit einem Zweig vom Mastix-Strauch; mit diesem Zweig wird leicht auf die Frucht geschlagen, dass die Stacheln abfallen. Danach kann man die “Feige“ getrost mit der Hand pflücken, wenn man sie um 180 Grad abdreht. Kein Bauer wird böse sein, wenn Sie ihm ein Dutzend Früchte wegnehmen, die eh verderben würden! Versichern Sie sich erst, dass die Feigen auch reif sind: wenn Sie sie leicht mit den Fingern drücken, sollten sie sich weich anfühlen. Um sie zu schälen, machen Sie zwei Schnitte am oberen und unteren Ende, sowie einen der Länge nach; dann ziehen Sie die Haut ab und essen die Frucht mitsamt den Samenkernen. Am besten schmecken die Kaktusfeigen am frühen Morgen, wenn sie noch die Nachttemperatur haben; oder aber sie las-sen sie – schon geschält – eine halbe Stunde im Kühlschrank liegen.

Essen Sie nie mehr, als drei oder vier auf ein-mal, da die vielen Samen schwer verdaulich sind; und essen Sie sie auf gar keinen Fall zusammen mit Weintrauben -sonst gibt es eine furchtbare Darmverstopfung! Aus dem gleichen Grund sollte man auch keinen Wein zu den Kaktusfeigen trinken.
Falls Sie Konfitüre aus den Kaktusfeigen machen wollen, empfiehlt es sich, die Samen-kerne vorher zu entfernen.
Pflücken Sie nie eine Kaktusfeige einfach so, ohne die Vorsichtsmaßnahmen, die ich beschrieben habe! Touristen versuchen oft, die Früchte ohne Handschutz zu nehmen – man kann sich vorstellen, was dann passiert! Manche nehmen die stachelige Frucht sogar in den Mund und beißen hinein, wie in einen Apfel! Noch ein letzter Rat; wenn Sie trotz meiner Hinweise mit Stacheln “gespickt” sind, können Sie versuchen, diese mit einer Pinzette heraus-zuziehen, oder, wie die Mallorquiner, die Haut um die Stacheln mit heißem Wasser und sehr viel Seife “einweichen”, sanft reiben, bis die Stacheln herauskommen.

Allerdings sollte man sich an windigen Tagen den Feigenkakteen nicht nähern! Dann “fliegen” nämlich die feinsten Stacheln und verhaken sich in der Haut.

Wie pflücken die Bauern die Kaktusfeigen?

Sie benutzen ganz spezielle Holzzangen von bis zu zwei Metern Länge, um die Früchte abzudrehen und sammeln diese dann in einem Eimer. (Foto unten)

Zeigt die Fahne auf dem Almudaina-Palast (neben der Kathedrale) an, dass der spani-sche König gerade hier ist?

Nein – es ist einfach die offizielle Staats-flagge, die dort immer gehißt ist, aus zwei Gründen: der ehemali-ge Königspalast (spa-nisches Kulturerbe) beherbergt ein Mu-seum und zum zwei-ten liegt direkt dane-28 ben die Militärkommandantur der Balearischen Inseln-deshalb sind dort auch die Wachsoldaten. Dieser Palast ist die offizielle Residenz der spanischen Könige, aber als sol-che nie von ihnen benutzt worden! Gleichwohl finden im Audienzsaal heute noch offizielle Empfänge statt, wenn sich der König auf Mallorca aufhält. Der Insel-Wohnsitz der spani-schen Königsfamilie ist der Palau de Marivent (Marivent Palast)

Wo ist die mallorquinische Residenz des spanischen Königs?

Der Palau de Marivent (Foto unten) befindet sich auf den Küstenfelsen am Ende der Ufer-promenade von Palma. Man sieht ihn nur vom Meer und vom Aufnahmestandpunkt aus. Der griechische Maler und Mäzen Joannes Saridakis hat den Palast im Jahr 1923 erbaut, als er seinen Wohnsitz auf Mallorca genommen hat. Seit 1963 gehört das Haus dem Volk der Mallorquiner, als Geschenk des Vorbesitzers. Seit 1973 stellt es der Inselrat der königlichen Familie als Sommerresidenz zur Verfügung.

Welche Aufgaben haben die drei verschie-denen Polizei-Arten?

Die Polizei unter-scheidet man in Gemeindepolizei, Guardia Civil und Nationalpolizei. Die Gemeindepoli-zei wird man in mehrfarbigen Dienstwagen antreffen; jede Gemeinde hat ihr eigenes Polizeikorps, das nur innerhalb der Gemeindegrenzen bestimmte Funktionen ausüben darf: Verkehrskontrolle, Eingreifen bei kleineren Problemen der öffentli-chen Ordnung, Aufnahme von Verkehrsunfällen in der Gemeinde und auf den dazugehörigen Feldwegen. Gemeindepolizisten sind meistens Mallorquiner, ohne Spezial-Ausbildung. Bei den beiden anderen Arten dominieren fremde, kas-tilisch sprechende Polizisten vom Festland.

Die Guardia Civil

( g r ü n – w e i ß e Dienstwagen) ist völlig anders organi-siert, eher militä-risch und kümmert sich um schwerere Delikte in der Gemeinde, und auf dem Land, wie auch um den Verkehr und Unfälle auf den Landstraßen. Die Guardia Civil hat Spezialisten für Spurensicherung bei schwerem Raub z.B., für Untersuchungen bei Kapitalverbrechen. Auch wenn Sie, als Urlauber, bei jeder Polizei-Station Anzeigen erstatten können, sollten Sie sich doch nach Möglichkeit an die Guardia Civil wenden – sie ist am direktesten damit befaßt.

Die Nationalpolizei

(blau-weiße Dienstfahr-zeuge) betreut alle oben genannten Themen, außer innerörtlichen Verkehr, der kom-plett in Händen der Gemeindepolizei liegt; die National-polizei werden Sie
nur in den größeren Orten, wie Palma, Manacor oder Inca antref-fen. Sie arbeitet eng zusammen mit der Kriminalpolizei bei der Untersuchung von Kapitalverbrechen, Verfolgung von Straftaten; ihr obliegt auch die bürokratische Kontrolle von Ausländern (Aufenthaltsgenehmigungen etc.).
Die Garantie, bei einem Notfall auf deutsch betreut zu werden, ist ein Anruf bei der Notfallnummer 112. Ansonsten haben die Polizisten in den wenigsten Fällen Deutsch-Kenntnisse.

Warum hat Mallorca, trotz so vieler Sonnentage, so wenig Solar-Einheiten zur Erzeugung von elektrischem Strom?

Mallorca hat schlechte Erfahrungen mit der Solar-Energie gemacht, als man sie Ende der sechziger Jahre eingeführt hat: es waren quali-tativ minderwertige Einrichtungen, sowohl für den Strom aus der Photovoltaik, als auch die Warmwasser-Aufbereitung. Das ganze neue System der Strom-Erzeugung hatte sehr schnell einen schlechten Ruf.

Erst Mitte der achtziger Jahre gab es gewisser-maßen einen Neuanfang mit der Photovoltaik, weit weg von den Ortschaften, wo es sehr teuer war, Elektrizitätsmasten setzen zu lassen. Die gleichen Schwierigkeiten wiederholten sich aber, vielleicht, weil die Installateure damit zu wenig Erfahrungen hatten.

Die Warmwasser-Aufbereitung stand auch immer in klassischer Konkurrenz zum Butangas.

Die Situation ändert sich jetzt allmählich wieder, vor allem auf Eivissa (Ibiza) und Menorca, wo Flachdächer die Installation von Solar-Einheiten vereinfachen. Größere Bauten, wie Hotels, Krankenhäuser, nutzen im allgemeinen schon die Solar-Energie als Ergänzung zur klassischen Energieversorgung.

Wie nennt man diese Figuren?


Das sind Siurells, mallorquinisches Kunst-handwerk aus Tonerde, weiß angemalt und mit grünen und roten Streifen verziert. Am Sockel hat der Siurell eine Pfeife, daher sein Name: siular bedeutet auf katalanisch “pfeifen“: Historiker sind der Meinung, diese Figuren seien punischer Herkunft , also etwa 600 vor Christus schon nach Mallorca gekommen! Ursprünglich hatten sie wohl einen sakralen Hintergrund (Opfergaben für Götter, oder viel-leicht sollten sie auch die Aufmerksamkeit der Götter auf die dargestellte Person oder das Tier lenken). Wirklich interessant ist aber die Tatsache, dass die traditionellen Siurell-Figuren oftmals klassische Vorbilder haben, wie zum Beispiel:
Siurell antikes Vorbild
Stier Minotaurus
Reiter Votiv-Tafel von Kriegern oder Reisenden
Esel mit Satteltaschen Pegasus (geflügeltes Pferd)
Hahn oder Taube Votiv-Tafel für die Schutzgötter des Viehs
gekrönte Schlange Uräus (Pharaonen-Emblem)
Mensch mit Hundskopf Anubis (ägyptischer Totengott)

Obgleich die Araber im 12. Jahrhundert die Herstellung von Siurells auf Mallorca verboten hatten (der Islam erlaubt nicht die figürliche Darstellung von Gott, Menschen oder Tieren), fand man Siurells bei Ausgrabungen jener Epoche.

Diese Siurells sind ganz typisch für Mallorca, ähnliche Figuren gibt es aber auch in anderen Zivilisationen, von Sibirien bis Südamerika, in Andalusien, auf griechischen Inseln und Sardi-nien zum Beispiel. Auf Mallorca sind die Siurells zu einem Souvenir geworden.

Gab es früher irgendein mallorquinisches Handwerk, das nicht mehr so bekannt ist?


Seit dem beginnenden 19. Jahrhundert und bis in die dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein, gab es eine ungewöhnli-che Tradition im Kunsthandwerk: viele mallor-quinische Mütter haben viel Zeit damit ver-bracht, ein spezielles Geschenk zur Heirat des Sohnes oder der Tochter zu basteln, nämlich Blumen aus ca. fünfzehn verschiedenen Muschelarten. Die fertigen Blumen wurden dann so arrangiert, dass sie ein Kunstwerk wie auf dem Foto bildeten. Üblicherweise zierten zwei solcher Stücke die Diele des jungen Paares, aufgestellt auf einer typisch mallorqui-nischen Truhe. Heute noch werden in einigen Kunsthandwerk-Geschäften solche Objekte angeboten.

Warum hängt man Tomaten wie Knoblauchzöpfe auf?

Es handelt sich hierbei um tomàtigues de ramellet (Winter- oder Hängetomaten), die sich-so aufge-hängt-fast ein halbes Jahr frisch halten; es ist eine Toma-tenart, die man nicht für S a l a t e g e b r a u c h t , vielmehr zum Verreiben auf e i n e r Brotscheibe für die mallor-q u i n i s c h e Spezialitat pa amb oli i t o m à t i g a(siehe Seite 43),oder zum Anbraten mit 35 Zwiebeln, Knoblauch, Petersilie, zur Herstellung eines “Bratfonds” für vielerlei mal-lorquinische Spezialitäten.

Was hat Mallorca mit Chopin und George Sand zu tun?

Fréderic Chopin (Zelazowa Wola/Polen, 1810 – Paris, 1849) und George Sand (Paris, 1804 – Nohant/Frankreich, 1876), Schrift-stellerin, waren sieben Jahre lang liiert; das Paar war vom 8. November 1838 bis zum 13. Februar 1839 auf Mallorca. Zwei Monate lang wohnten sie auch in einer Zelle des ehemaligen Karthäuserklosters von Valldemossa.

Graellada de peix (Gemischte Fischplatte)
Empfohlener Wein: Muscat. Miquel Oliver.

FLEISCH-SPEZIALITÄTEN

Sopes mallorquines (Brot-Kohl-Gemüse-Eintopf)

Dieses ganz typische Gericht der Insel kommt häufig auf den Tisch, insbesondere aber bei einer ganz bestimmten Gelegenheit: bei den matances, den Schweine-Schlachtfesten. Ein Bestandteil ist ein besonderer Pilz, der Blutreizker, den es nur von November bis Januar frisch gibt, sonst eben als Konserve. Zutaten:
300 Gramm sopes (sehr dünne
Bauernbrotscheiben)
1 Wirsing
250 Gramm Schweinefilet
150 Gramm mageres Schweinefleisch
1 Blumenkohl
1 botifarró (Blutwurst)
4 Knoblauchzehen
1 Bund grells (Frühlingszwiebeln) Petersilie
1 Eßlöffel gemahlene, milde Pfefferschote Eine Prise gemahlene, scharfe Pfefferschote 200 Gramm Blutreizker
3 tomàtigues de ramellet (Wintertomaten)
2 Zwiebeln Olivenöl
Salz

Gemüse gut waschen, die Zwiebeln schälen und in Stücke schneiden. Die har-ten Rippen vom Kohl entfernen und mit den Händen die Kohlblätter zerrupfen. Das Fleisch in drei bis vier Zentimeter große Würfel und die Wurst in
Scheiben schneiden. Die Blutreizker werden der Länge nach geviertelt, Tomaten und Knoblauch in einem Mörser zer-stampft, die gehackte Petersilie dazugegeben. In einer greixone-ra wird eine Tasse Öl erhitzt, dann zunächst das Fleisch und die Wurst hineingegeben, mit Salz und den gemahlenen Pfefferschoten gewürzt.

Drei, in der Haut zerquetschte Knoblauch-zehen, die Tomaten, Zwiebeln und Petersilie kommen hinzu, ehe mit Wasser aufgefüllt wird. Kohlblätter, Blumenkohlstücke und Pilze sind die letzten Zutaten. Nach fünfzehn Minuten Kochzeit sollten alle Ingredenzien mittels durchlöchertem Schöpflöffel herausgenommen und in den zurückbleibenden Saft die sopes-Brotscheiben zum Vollsaugen gelegt werden, übergossen noch mit einem Schuß Olivenöl; dann wird das abgeschöpfte Gemüse wieder auf die sopes gelegt und noch einmal eine Minute gegart. Wird zu wenig Saft aufgesaugt, sollte der überflüssige Saft abgeschöpft wer-den, ehe die Schale noch einmal zehn Minuten in der Bratröhre überbacken wird.

Empfohlener Wein: Vins Nadal. Criança
Weitere Vorschläge:
Escaldums (Truthahn oder Hähnchen mit Gemüse)
Empfohlener Wein: Miquel Oliver. Ses Ferritges

Zwiebel, Tomaten und Knoblauch schälen und getrennt zerstampfen, daneben die Wurst in kleine Würfel schneiden. In einer Extra-Pfanne Öl erhitzen und zunächst die Zwiebel, dann die Tomaten und den Knoblauch anschwitzen, schließlich auch die Wurst. Wenn sich das Wurstfett verflüssigt hat, und wenn die Bohnenkerne in der Tonschale weich sind, den Inhalt der Pfanne mit dem der Tonschale vermengen; dann kommen noch die Nudeln hinzu, Pfeffer, und ganz am Ende die kleingeschnittene Minze. Abschmecken und in einer Suppenschüssel servieren.

Empfohlener Wein: Ses Nines. Negre Jove

Wo findet man in Palma ein gutes Lokal um die mallor-quinische Spezialitäten zu geniessen? Im Celler Sa Premsa, der bereits schon seit 50 Jahren Bestand hat, können sie die mallorquini-sche Gastronomie im rusti-kalen und gemütlichen Ambiente entdecken (Plaça Berenguer de Palou, Nr. 8; Tel.: 971 723 529; www.cellersapremsa.com).

SÜßSPEISEN

Die mallorquinische Eßkultur ist sehr reich an Süßem! Im Laufe des Jahres und je nach Festtagen (Karneval, Fastenzeit, Karwoche, Ostern, Allerheiligen, Weihnachten) füllen sich die Auslagen der Konditoreien mit verschiede-nen Spezialitäten. Auch heute noch hält sich die Tradition, bestimmte Süßspeisen an bestimmten Festtagen zu essen, wenngleich auch viele von ihnen das ganze Jahr über angeboten werden.

Was bedeutet ensaïmada?


Der Name des Mallorca-typischsten Gebäcks taucht schon in Dokumenten des 15. Jahrhunderts auf! Er geht auf das katalanische Wort saïm (Schmalz) zurück.

Die ensaïmada ist das Nationalgebäck von Mallorca schlechthin: in Schweineschmalz geba-ckene Hefeschnecke. Das Rezept wird hier nicht erklärt, wegen der schwierigen und etwas geheimnisvollen Herstellung; gleichwohl emp-fehle ich, die ensaïmada unbedingt in einer guten Konditorei zu versuchen. Ensaïmades gibt es in einfacher Ausführung, aber auch mit verschiedenen Füllungen.

Wie findet man eine besonders gute ensaï-mada?

Aus verschiedenen Gründen gibt es große Unterschiede in der Qualität, je nach Herkunft der ensaïmada. Um eine besonders gute her-zustellen, sind Erfahrung und Geduld erforder-lich, und die findet man heutzutage leichter in Dorf-Konditoreien, vielleicht auch in der einen oder anderen Konditorei im Stadtzentrum; auf jeden Fall gibt es Ausnahmen von dieser Regel. Hier zeige ich Ihnen auf, wie Sie zu einer besonders guten ensaïmada kommen können, die sie absolut zufriedenstellen wird:
• die ensaïmada sollte nicht mit zu viel Staubzucker überzogen sein, der sonst zu stark den Eigengeschmack des Gebäcks übertönt. In vielen Konditoreien kommt der Zucker erst beim Kauf auf das Gebäck , so dass der Kunde noch entscheiden kann, wieviel Zucker er haben will. Sollte die ensaïmada schon mit – für Ihren Geschmack – zuviel Zucker bestreut sein, kann man einen Teil davon abklopfen in die Serviette, die traditio-nell beim Kauf mitgeliefert wird.

• die ensaïmada muß nicht nur frisch gemacht, besser noch warm vom Backen sein – das steigert den Geschmack! Die größte Wahrscheinlichkeit, eine frische ensaïmada direkt aus dem Ofen zu bekom-men, liegt zwischen 7 und 9 Uhr morgens. Ist die ensaïmada kalt, lohnt es sich durchaus, sie zuhause noch einmal in der Backröhre aufzuwärmen!

• die klassisch-mallorquinische Form, ensaï-mada zu essen: als Frühstück zu einem cafè

amb llet (Kaffee mit Milch); traditionellerwei-se wird die Schnecke dabei aufgerollt, in mundgerechte Stücke gerissen und in den Kaffee getunkt! Genauso typisch ist das Stippen in heiße Schokolade.

• Ensaïmada de Mallorca ist ein geschütz-ter Name, unter dem nur zwei Sorten ensaï-mades verkauft werden dürfen: die einfache ensaïmada und die mit cabell d’àngel (Engelshaarmarmelade), aus dem Kürbis Cucurbita ficifolia hergestellt, gefüllten

ensaïmades. Ensaïmada de Mallorca garantiert für Qualität, weil offizielle Vorschriften unbedingt eingehalten werden müssen.

Es gibt verschiedene ensaïmada-Größen; die am meisten gekaufte ist die kleine, von etwa fünfzehn Zentimetern im Durchmesser und ca. sechzig Gramm schwer. Die großen wiegen zwischen 1 und 1 1/2 Kilo, je nach-dem, ob einfach, oder gefüllt, bei einem Durchmesser von fünfzig Zentimetern.

Woraus besteht eine Ensaïmada de Mallorca?

Farina de força (Mehl mit einem Maximum an Gluten), Wasser, Zucker, Eier, Naturhefe und Schweineschmalz. Alle Zutaten einer authenti-schen ensaïmada müssen von allerbester Qualität sein, besonders die Naturhefe (keine künstlich hergestellte Industriehefe) und der saïm, das Schmalz! Die Naturhefe erhält man ab einer gewissen Teigmenge (Mehl mit Wasser vermischt), die man unter einem Tuch zwölf Stunden ruhen läßt, bei einer gleichblei-benden Temperatur von 19 bis 20 Grad; in die-ser Zeit entwickelt sich bei dieser Temperatur eine Mikroflora von speziellen Bakterien, die größtenteils durch die Luftfeuchtigkeit und den Luftdruck Mallorcas vorgegeben ist. Gerade in dieser Hefe liegt das Geheimnis für den Duft und den Geschmack der ensaïmada. Das Schmalz muß von bester Qualität und aus-schließlich vom Schwein sein – keine industriell hergestellte Mischung!

250 Tonnen ensaïmades werden auf Mallorca jedes Jahr hergestellt, wobei die Mallorquiner die größeren (Familien-) Formen vorziehen.

Womit sind ensaïmades noch gefüllt?

Die kleinen können eigentlich nur mit Sahne gefüllt sein, bei den größeren ergeben sich schon mehr Möglichkeiten: außer Engels-haarmarmelade, auch Sahne, gemahlene Mandeln, Trüffelcreme, Vanillecreme… Es gibt auch ensaïmades, die schon vor dem Backen mit sobrassada, halbierten Aprikosen oder mit in Zucker eingekochten Früchten belegt sind.

Gató d’ametles (Mandelkuchen)

Seit mehreren Jahrhunderten schon ist auch dieses Gebäck ein Wahrzeichen Mallorcas. Der Name kommt vom französichen “gâteau” (Kuchen) und hat seinen Ursprung in der fran-zösischen Konditorei des 18. Jahrhunderts, auch wenn es schon vor dieser Zeit Mandel-kuchen auf Mallorca gegeben hat, nur eben noch nicht unter dem Namen gató. Der echt mallorquinische gató dürfte demnach eine Symbiose zwischen französischer und mallor-quinischer Backkunst darstellen: aus Frank-reich kommt wohl die Kunst des Backens, von Mallorcas Mandelplantagen das Basismaterial; so ist aus dem französischen „gâteau d’aman-des“ der mallorquinische gató d’ametles geworden.

Wie backt man einen mallorquinischen Mandelkuchen?

Es gibt nur wenige Zutaten, und die Zubereitung ist leicht; hier ist das Rezept, falls Sie selbst backen wollen.
Zutaten:
6 Eier
150 Gramm weißer Zucker
200 Gramm gemahlene, nicht geröstete
Mandeln
die geriebene Schale einer halben Zitrone
25 Gramm Staubzucker 55 eine Prise Zimtpulver
Nur die Eidotter mit dem Zucker zu einer cremi-gen Masse verschlagen, die gemahlenen Mandeln, den Zimt und die Zitronenschale darunterheben.
Das Eiweiß steifschlagen und dann mit der Eigelbmasse verrühren.
Teig in eine gefettete Springform (circa 25 cm. Durchmesser) füllen und dann ca. 1 Stunde bei 160-170 Grad backen. Danach langsam abküh-len bei halb geöffneter Backröhre. Den Kuchen aus der Form nehmen und vor dem Verzehr mit Puderzucker bestäuben.
Bei einem etwas abgeändertem Rezept kann man dem gató auch noch 150 Gramm Mehl dazugeben, auch wenn das traditionelle Rezept Mehl verbietet; wenn Sie auch noch ein Tütchen Backpulver dazugeben, nimmt der Kuchen an Volumen zu.

Weitere empfehlenswerte Süß-speisen

Robiols mit Engelshaarmarmelade, Vanillecreme oder brossat gefülltes Gebäck.
Sospiros – werden nur in Manacor hergestellt; ein etwas hartes, sehr süßes Gebäck.
Coca de patata – vor allem in Valldemossa als

Spezialität zu finden, ein Kartoffelgebäck.

Crespells – sind Kekse in Form von Sternen oder Herzen, eigentlich typisch für die Karwoche, jetzt aber das ganze Jahr über zu kaufen.
Brossat amb mel – Molkenweisskäsekuchen mit Honig.

Wofür dienen die Häuser, die man auf den Feldern sieht?

Wenn Sie mit Muße die verschiedenen Bauten betrachten wollen, sollten Sie Ihren Wagen etwas abseits der Hauptstraße parken und zu Fuß die Gegend erkunden, die Ihre Auf-merksamkeit erregt hat. Sie werden hauptsäch-lich mit sechs Bautypen konfrontiert:

• Ganz einfache Konstruktionen (barraques) (Foto Nr. 229) und nur dafür bestimmt, dass sich
der Bauer unterstellen kann, falls er während der Feldarbeit vom Regen überrascht wird.

• Ackergeräteschuppen (casetes d´eines) sind etwas größer und haben einen kleinen Stall dabei, einen offenen Holzkamin in einer Ecke, mit der Möglichkeit, dort das Mittagessen zu kochen oder sich an kälteren Tagen aufzuwär-men, einen Eßplatz, eine kleine Zisterne und einen hochgelegten Schlafplatz mit einem oder zwei Strohsäcken für die horeta (Siesta) nach dem Essen. Die casetes d’eines waren nicht zum Wohnen gedacht, sondern nur dafür

benutzt, dass der Bauer mittags nicht wegen des Essens ins Dorf zurück mußte; manchmal übernachtete man auch dort, wenn es Zeit war, zu pflügen, zu säen, das Getreide zu mähen, oder die Mandeln zu ernten.

• Landhäuser (cases de foravila) (Foto Nr. 230) werden von der Bauernfamilie ständig bewohnt, sind eingerichtet wie ein normales
Dorfhaus, haben aber zusätzlich Vorratsräume für Viehfutter, oder um Saatgut aufzubewahren, Ställe usw. Außerdem sind sie ausgerüstet mit einem Schöpfrad (sínia) oder einem Windrad (molí de vent), das Wasser in ein Vorhalte-becken pumpt, mit dem wiederum ein kleines Stück Land bewässert werden kann, (für Gemüse, Obst, Ziegenfutter usw.). Ab den zwanziger Jahren hat man üblicherweise ein einfaches Dorfhaus (posada) gebaut, um dort bei besonderen Anlässen übernachten zu kön-nen, wie zum Beispiel Erstkommunion, Geburtstagsfeier. Die Bauern blieben auch tagelang in den posades, wenn ein Familienmitglied krank war und ärztliche Hilfe benötigte. Seit es Autos gibt, übernachten die Bauern kaum noch auf den Feldern.

• Herrenhäuser (cases de possessió) (Foto Nr. 231) sind größere Bauwerke, zwei oder drei


Stockwerke hoch, in einem Großgrundbesitz gelegen, der zwanzig bis dreihundert Hektar groß ist. Im Erdgeschoß oder einem Anbau wohnte die Bauernfamilie (amos de la posse-ssió), die für die Bewirtschaftung und Orga-nisation des Großgrundbesitzes verantwortlich war. Die oberen Stockwerke bewohnten die Besitzer zu bestimmten Saisonzeiten, meistens im Sommer, während sie die meiste Zeit des Jahres im Dorf oder der Hauptstadt verbrach-ten. Die Landarbeiter (missatges) hatten ihre Schlafräume abseits vom Haupthaus, versam-melten sich aber dort mit der Verwalterfamilie zu den Mahlzeiten in einem großen Speisesaal. Hinter dem Haupthaus gibt es immer Ställe und Vorratsräume für Viehfutter.

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